Der Averroismns in der cliriBtlieh-peripatetiflchen Psychologie.
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die intellective Seele blos als Forma assistens, nicht aber als
Forma informans des menschlichen Leibes fasse, und diese
seine Anschauung als jene des Averroes ausgebe. Allerdings
folge er in dieser Auffassung des Averroes einer herkömmlichen
Ansicht, deren Festhaltung von Seite eines Albertus, Thomas,
Aegydius Romanus u. A., die Polemik dieser Männer gegen
Averroes als unzutreffend erscheinen lasse, weil sie eben die
wahre Meinung des Averroes nicht berühre. Wäre die intellective
Seele eine Forma assistens, so wäre der Leib nicht Subjectum
proprium des Intellectes, sondern blos der Ort der Wirksamkeit
desselben; dergleichen hat aber kein Peripatetiker je
behauptet. Jandunus gesteht zu, dass dem Menschen ein intellectives
Leben formaliter zukomme; um so mehr muss dem
Menschen auch das Posse vivere per intelleetum formaliter zukommen.
Wenn es wahr ist, was Aristoteles 1 umständlich
beweist und Averroes zustimmend bestätigt, dass wenigstens
während des zeitlichen Erdenlebens des Menschen keine seiner
intellectuellen Thätigkeiten vom Körper völlig unabhängig sei,
so kann der Intellect wenigstens im zeitlichen Erdenmenschen
keine blosse Forma assistens, keine Forma separata sein. Nach
Jandunus soll der Intellect mit dem Menschen nicht secundum
esse, sondern blos secundum operationem sich verbinden. Wie
man immerhin diese Art von Verbindung fassen mag, immer
führt sie auf Unzukömmlichkeiten, die man dem Averroes nicht
aufbürden darf. Man kann sie nicht etwa so fassen, dass der
Intellect im Verhältniss zu den sinnlichen Vorstellungen als
ein Leidender erscheine: denn für diesen Fall wäre nicht der
Homo cogitans derjenige, der mittelst des Intellectes ein Erkennender
wäre, sondern vielmehr der vom Intellecte Erkannte.
Man kann ferner jene Verbindung nicht in der Weise fassen,
dass der Intellect sich des Menschen als seines Instrumentes
gedehnteren Berücksichtigung aller namhaften Ausleger des aristotelischen
Werkes. Er hält sicli in dieser zweiten Arbeit in erster Linie grundsätzlich
an die griechischen Ausleger, ohne den Averroes zu vernachlässigen.
Auch die lateinischen Ausleger will er stellenweise berücksichtigen,
besonders Thomas Aq.: qui, pace ceterorum dixerim, dilucide
Aristotelis libros interpretatus est, nec ejus commentaria minoris facio
his, qnae graeci scripserunt, ut recte intelligent patet.
1 Siehe Aristot. Anim. I, p. 408 b, lin. 13 ft'.
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