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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Der  Averroisinus  in  der  christlich-peripatetiBcben  Psychologie.

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Doctrin  finden,  trotz  der  gerade  im  averroistischen  System  so
entschieden  hervortretenden  physikalisch  -  realistischen  Opposition ­
  gegen  den  Neuplatonismus  der  dem  Averroes  vorausgegangenen
  Araber.  Die  averroistische  Doctrin  schliesst  zufolge
dieses  ihres  Verhaltens  ein  doppeltes  Element  in  sich,  ein  pantheistisch-emanatianistisclies,
  und  ein  zum  hylozoischen  Naturalismus ­
  gesteigertes  physikalisch-realistisches  Element,  wodurch ­
  der  ursprünglich  schon  im  aristotelischen  Systeme  gelegene ­
  unvermittelte  Dualismus  noch  mehr  gesteigert  wird.  Die
Aufgabe  des  christlichen  Aristotelismus  war,  sowohl  das  pantheistische,
  als  auch  das  dualistische  Element  aus  dem  durch  arabische ­
  Ueberlieferung  überkommenen  Aristotelismus  hinauszudrängen ­
  ;  und  dies  geschah  dadurch,  dass  sowohl  die  Materie
als  auch  die  intellectiven  Wesenheiten  durch  Creation  entstanden ­
  gedacht  wurden.  Die  aristotelische  Weltlehre  wurde
demzufolge  soweit  umgebildet,  als  es  nothwendig  erschien,  um
sie  mit  den  Lehren  der  christlichen  Theologie  in  Einklang  zu
bringen,  und  als  Unterlage  einer  rationalen  Vermittelung  der
sogenannten  natürlichen  Wahrheiten  des  christlichen  Religionsdenkens ­
  benützen  zu  können.  Der  peripatetischen  Rationalität
war  bei  allen  hervorragenden  Scholastikern  des  dreizehnten
Jahrhunderts  ein  intuitiv-gläubiges  Element  beigegeben,  welches
bei  Albert  und  Thomas  im  aristotelischen  Formbegriffe  einen
Anhalt  für  speculative  Functionen  fand;  die  Verwerthung  des
Formbegriffes  verlieh  der  thomistischen  Doctrin  ihren  speculativen
  Charakter  und  ermöglichte  den  harmonischen  Ausbau
eines  über  dem  Grunde  der  aristotelischen  Weltlehre  aufgeführten ­
  Systems  der  christlich-theologischen  Gesammtanschauung.
Wir  wollen  zugeben  —  und  das  Vorwalten  der  morphologischen
Anschauungsweise  des  thomistischen  Systems  bringt  dies  mit
sich  —  dass  das  thomistische  Denksystem  nach  seiner  teleologischen ­
  Seite  hin  vollkommener  entwickelt  ist,  als  von  Seite
seiner  ätiologischen  Begründung;  Thomas’  Geständniss,  dass
der  zeitliche  Anfang  der  Welt  nicht  speculativ  erweisbar,  somit
blos  durch  den  christlichen  Glauben  gewiss  sei,  konnte  von
A.  Günther  mit  Recht  als  ein  Beleg  für  die  Unvollendung  der
thomistischen  Speculation  urgirt  werden.  Ebenso  wahr  ist  ferner,
dass  der  speculative  Formgedanke  in  seiner  durch  keine  anderen
Denkelemente  vermittelten  Fassung  zur  Lösung  speculativer
            
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