Der Averroisinus in der christlich-peripatetiBcben Psychologie.
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Doctrin finden, trotz der gerade im averroistischen System so
entschieden hervortretenden physikalisch - realistischen Opposition
gegen den Neuplatonismus der dem Averroes vorausgegangenen
Araber. Die averroistische Doctrin schliesst zufolge
dieses ihres Verhaltens ein doppeltes Element in sich, ein pantheistisch-emanatianistisclies,
und ein zum hylozoischen Naturalismus
gesteigertes physikalisch-realistisches Element, wodurch
der ursprünglich schon im aristotelischen Systeme gelegene
unvermittelte Dualismus noch mehr gesteigert wird. Die
Aufgabe des christlichen Aristotelismus war, sowohl das pantheistische,
als auch das dualistische Element aus dem durch arabische
Ueberlieferung überkommenen Aristotelismus hinauszudrängen
; und dies geschah dadurch, dass sowohl die Materie
als auch die intellectiven Wesenheiten durch Creation entstanden
gedacht wurden. Die aristotelische Weltlehre wurde
demzufolge soweit umgebildet, als es nothwendig erschien, um
sie mit den Lehren der christlichen Theologie in Einklang zu
bringen, und als Unterlage einer rationalen Vermittelung der
sogenannten natürlichen Wahrheiten des christlichen Religionsdenkens
benützen zu können. Der peripatetischen Rationalität
war bei allen hervorragenden Scholastikern des dreizehnten
Jahrhunderts ein intuitiv-gläubiges Element beigegeben, welches
bei Albert und Thomas im aristotelischen Formbegriffe einen
Anhalt für speculative Functionen fand; die Verwerthung des
Formbegriffes verlieh der thomistischen Doctrin ihren speculativen
Charakter und ermöglichte den harmonischen Ausbau
eines über dem Grunde der aristotelischen Weltlehre aufgeführten
Systems der christlich-theologischen Gesammtanschauung.
Wir wollen zugeben — und das Vorwalten der morphologischen
Anschauungsweise des thomistischen Systems bringt dies mit
sich — dass das thomistische Denksystem nach seiner teleologischen
Seite hin vollkommener entwickelt ist, als von Seite
seiner ätiologischen Begründung; Thomas’ Geständniss, dass
der zeitliche Anfang der Welt nicht speculativ erweisbar, somit
blos durch den christlichen Glauben gewiss sei, konnte von
A. Günther mit Recht als ein Beleg für die Unvollendung der
thomistischen Speculation urgirt werden. Ebenso wahr ist ferner,
dass der speculative Formgedanke in seiner durch keine anderen
Denkelemente vermittelten Fassung zur Lösung speculativer