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Werner.
Islam nalielegte. Er behielt den unvermittelten Dualismus zwischen
Gott und einer ewigen Materie bei, und substituirte dem
Paradiese Muhameds ein aus dem göttlichen Urwesen emanirtes
Reich himmlischer Intelligenzen, welche er als Beweger oder
Seelen der Himmelssphären ansah; die unterste jener Intelligenzen
wurde ihm zur allgemeinen Menschenseele, durch welche
in dem hiefür disponirten Theile der sinnlichen Menschenindividuen
der wahrhafte Mensch actuirt wird, der aber als solcher
nicht der zeitlichen Erdenwirklichkeit, sondern der himmlischen
Idealwelt angehört. Die persönliche Unsterblichkeit muss im
Denkzusammenhange des averroistischen Systems nicht nur
dem für die vergeistigenden Einwirkungen des Intellectus agens
nicht empfänglichen Theile der Menschenindividuen abgesprochen
werden, sondern auch dem dafür empfänglichen, da
das Substrat der Seelenfortdauer, die persönliche Selbstheit
fehlt. Wenn Jandunus und andere christliche Averroisten die
Seelenunsterblichkeit durch Verwerfung des averroistischen
Monopsychismus retten zu können glaubten, so verkannten sie
den innigen Zusammenhang desselben mit der Gesammtanschauung
des Averroes — ein Versehen, das demjenigen unbegreiflich
erscheinen muss, welcher sich nicht in den jenes Zeitalter
absolut beherrschenden peripatetischen Denkhabitus hineinzuversetzen
weiss.
Es ist in neuerer Zeit von Seite A. Günthers die Ansicht
ausgesprochen worden, dass die auf peripatetischen Grundlagen
ruhende thomistische Lehre latenter Pantheismus sei. Zur Bestätigung
hiefür wurde auf den speculativen Gottesbegritf des
Thomas Aquinas hingewiesen, welchem zufolge Gott als die
absolute Allheit, die Weltdinge sonach als Emanationen aus
Gott zu fassen seien. Wir unsererseits glauben, dass der Begriff
Gottes als der absoluten Allheit ein denknothwendiger
Begriff sei, der die in ihn gelegten Consequenzen nicht zulässt,
wofern die absolute Allheit zugleich als die absolute Geistigkeit,
die jede Art von Theilung ausschliesst, gefasst wird. Bekanntlich
ist der Grundcharakter des antiken Aristotelismus nicht
Pantheismus, sondern unvermittelter Dualismus; die pantheisirenden
Elemente sind in den Aristotelismus durch die Verbindung
desselben mit neuplatonischen Anschauungen hineingetragen
worden, welche sich auch in der averroistischen