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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Paul  jr.

Und  •  nun  kommt  das  dritte  und  letzte  und  —  erstaunlichste ­
  Kunststück.  Da  haben  sich  VII,  100  die  Worte  ita  isti,
abermals  gefolgt  von  48—49  Zeilen  bei  Halm,  nämlich  bis
§.  107  zu  den  Worten  castiores  ac  puriores,  auf  und  davon
gemacht  und  sich  eine  neue  Unterkunft  gar  im  folgenden
VIII.  Buche  §.  6  nach  den  Worten  sui  ista  permissio  ausgesucht ­
  —  und  werden  dort  aufs  zuvorkommenste  aufgenommen,
so  dass  nicht  die  geringste  Störung  drob  ersichtlich,  weder
hier  noch  im  VII.  Buche.
Nach  besagter  Auswanderung  folgen  im  §.  100  auf  die
Worte  At  non  die  Worte  barbari  quam  Romani  sunt  (107).
Das  geht  nun  freilich  nicht  und  kann  nicht  gehen;  denn  —
die  Worte  sind  corrupt;  es  muss  statt  quam  heissen  quoniam,
und  nicht  sunt,  sondern  umgekehrt  non  sunt!  Man  höre  doch,
wie  schön  der  Gedanke  ist:  ,Sie  fürchteten  (Timuerunt  §.  99)
natürlich,  es  möchten  die  Leute  gar  zu  keusch  und  rein  sein,
wenn  sie  dieselben  an  jeder  geschlechtlichen  Ausartung  hinderten; ­
  darum  verboten  sie  den  Ehebruch  (adulteria  uetantes)
und  erbauten  Bordelle  (lupanaria  aedificantes).  Aber  nicht  so
(At  non)  die  Barbaren,  weil  sie  eben  keine  Römer  sind! 1  Das
ist  doch  schön  gesagt;  und  das  Folgende?  Das  muss  passen,
wenn  das  Vorhergehende  so  klappt.  Und  es  passt  wirklich;
denn  die  folgenden  Worte:  Parum  est  quod  dicimus  lassen  ja
nichts  zu  wünschen  übrig:  ,Zu  wenig  ist  das  noch,  was  wir
sagen  !‘
Also  dem  VII.  Buche  hat  die  Auswanderung  von  48  Zeilen
gar  nichts  geschadet  und  dem  VIII.  die  Einwanderung?  Ebenso
wenig!  Denn  die  neuen  vordem  Nachbarn  (§.  6):  Unde  uidemus
quia  iudicii  est  sui  ista  permissio  sind  an  sich  tadellos  und  —
was  die  Hauptsache  ist  —  verträglich;  sie  lassen  sich  ohne
Weiteres  die  neu  eingewanderten:  ita  isti  de  quibus  loquimur
mit  ihrem  ganzen  Tross  gefallen,  dessen  Schluss:  Et  quae  esse,
rogo,  Romano  statui  spes  potest,  quando  castiores  et  puriores
wieder  mit  seinen  neuen  Nachbarn  (VIII,  6):  et  sententia
superna  quod  patimur  eine  dauernde  Verbindung  eingeht  unter
der  kleinen  Bedingung,  dass  sie  sich  die  Verwandlung  von  et
in  ex  und  hinter  superna  die  Einschaltung  von  certe  est  gefallen
lassen.  Natürlich,  wo  Anfang  und  Ende  sich  so  hübsch  vertragen, ­
  muss  es  auch  die  Mitte.
            
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