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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Der  Avorroismas  in  der  cbriBtlich-peripatetiBchen  Psychologie.

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sich  selbst  zugleich  auch  eine  wesentliche  Bezogenheit  auf  ein
Anderes  aus,  und  diese  macht  sogar  das  quiditative  Esse  des
Habitus  aus,  wie  Aristoteles  und  sein  Commentator  ausdrücklich
lehren.  Wenn  Aureolus  u.  A.  die  Sache  umkehren  und  den
Habitus  nur  connotativ  etwas  Relatives  bezeichnen  lassen,  so
verstossen  sie  gegen  die  Logik,  weil  sich  die  unter  solchen
Voraussetzungen  behauptete  Relativität  des  Habitus  nicht  erweisen ­
  lässt. 1  Ebenso  ist  Bacontliorp  mit  Aureolus  nicht  einverstanden, ­
  wenn  dieser  jede  der  sogenannten  moralischen
Tugenden  sowohl  im  Willen  als  auch  im  Appetitus  sensitivus
subjectiren  lässt;  Baconthorp  vermag  sich  nicht  denkbar  zu
machen,  wie  eine  Mehrheit  von  Inclinationen  zur  specifischen
Einheit  einer  bestimmten  Tugend  sich  soll  verschmelzen  können; 2
er  findet  es  im  Besonderen  schwer  begreiflich,  wie  zwei  Inclinationen, ­
  deren  eine  dem  Willen,  die  andere  dem  Appetitus
sensitivus  angehört,  zu  Einem  Habitus  sollen  verschmelzen
können. 3  Dass  die  beiderseitigen  Habitus  nicht  zu  einer  unzerreissbaren
  Einheit  coalesciren  können,  erhelle  auch  daraus,
dass  in  der  vom  Leibe  geschiedenen  Seele  die  Inclinationen
des  Appetitus  sensitivus  wegfallen,  während  doch  die  im  irdischen ­
  Zeitleben  erworbenen  moralischen  Tugenden  Zurückbleiben. ­
  Baconthorp  entscheidet  sich  dafür,  dass  die  moralischen ­
  Tugenden  essentiell  und  quiditativ  im  Willen  subjectiren,
obschon  er  zugibt,  dass  sie  per  abundantiam  et  impressionem
auch  den  Appetitus  sensitivus  beeinflussen. 4  Er  macht  hiebei
auf  den  Fehler  aufmerksam,  welchen  nicht  blos  Aureolus,  sondern ­
  alle  scholastischen  Peripatetiker  begehen,  wenn  sie  die
Passiones  einzig  dem  Appetitus  sensitivus  zuweisen,  während
1  Non  sequitur:  Aggregatum  ex  Imbitu  et  respectu  connotato  est  eus  per
accidens,  ergo  habitus  eat  ens  per  accidens.  3  qu.  33,  qn.  1,  art.  5,  §.  2.
2  Non  poteat  dici,  quod  ait  aliqua  tertia  res  ex  iatia  inclinationibus  conatitnta,
  tum  quia  inclinationea  ponuntur  in  diveraia  potentiis;  tum  quia
tune  una  eaaet  alteriua  actua,  quod  non  eat,  aed  quaelibet  est  actus;  tum
quia  quaelibet  videtur  unum  distinctum  individuum  ab  alio  in  genere
habitus,  et  per  consequens  non  possunt  constituere  unum  liabitum,  nec
unam  rem  simplicem,  sicut  est  virtus.  3  dist.  33,  qu.  3,  art.  3,  §.  1.
3  Sicut  enim  ae  habet  potentia  ad  potentiam,  ita  habitus  ad  liabitum;  sed
voluntas  et  appetitua  sensitivus  non  possunt  constituere  unam  potentiam,
ergo  nec  habitus  unius  et  alteriua  unum  habitum.  Ibid.
4  3  dist.  33,  qu.  3,  art.  3,  §.  3.
            
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