Der Averroismus in der cbrifitlich-peripatetinchen Psychologie.
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liehen Seins auf das göttliche als Causa finalis, efficiens und
fonnalis des creatürlichen Seins, demzufolge die Creatur wahrhaft
nur aus Gott verstanden werden kann. Dass die primitive
Apperception des Göttlichen mit den in unsere Seele geworfenen
Sinnesbildern der sichtbaren Dinge gegeben sei, wird
aus Averroes erhärtet, 1 mit welchem Baconthorp zugleich daran
festhält, dass die auf Grund dieser Art von Apperception zu
erlangende Kenntniss des Göttlichen die einzige sei, welche
wir im Leben dieser Zeit auf natürlichem Wege erlangen
können. Averroes entwickelt seine Gedanken hierüber aus
Anlass einer von Aristoteles in seiner Schrift de anima aufgeworfenen
aber nicht beantworteten Frage, 2 ob der an das
Zusammensein mit dem sinnlichen Leibe gebundene menschliche
Intellect auch rein geistige Realitäten zu erfassen vermöge.
Alexander Aphrodisias, Themistius, Avempace bejahten
diese Frage, jeder aus anderen Gründen. Themistius meinte,
da der Intellectus materialis die Formen sogar aus der Materie
zu abstrahiren vermöge, so müsse er umsomehr im Stande
sein, die reinen Formwesen zu erkennen. Alexander glaubte,
der Intellectus in habitu müsse, wie jedes andere Ens generatum,
letztlich am Endpunkte seiner Entwicklung ankommen, welcher
kein anderer sein könne, als dieser, dass, wie der Intellectus
agens alles potentiell Intelligible was immer für einer Art in
ein actu Intellectum, so der habituelle Intellect alles actu
Intelligible was immer für einer Art in ein actu Intellectum
umsetze. Averroes bemerkt dawider, dass Abstractes und
nicht Abstractes mit Rücksicht auf das Können des Intellectes
nicht unter den gloichcn Gesichtspunkt falle, da man das
Imaginari vom Vorstellen der materiellen und geistigen Dinge
nicht univoce aussagen könne. Hiemit ist mittelbar auch schon
die Ansicht des Themistius widerlegt. Avempace besteht darauf,
dass der Intellect bis zur Erfassung der Quiditas simplex Vordringen
können müsse, weil er im Anlangen bei dieser zur
vollen Beruhigung gelangt; müsste er bei etwas stehen bleiben,
dessen Quidität er nicht mehr abstrahiren könnte, so könnte
er mit Bezug auf jenes Object nur aequivoce Intellect heissen,
1 Prolog., qu. 1, «art. 1.
^ apa ö 1 svo^/etcu Ttuv xE^copiffjifiVtov xi voeiv ovxa aoxov {xrj xE^copiGjx^vov
piEYcOou;, if) ou, gxe”teov Caxepov. Anim. III, p. 341 b, lin. 17 f.