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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Wernor.

welche  auch  bei  Augustinus  sich  tindet;  der  Umstand,  dass
Augustinus  die  Materia  prima  zusammt  den  in  ihr  latirenden
Formen  durch  Creation  entstehen  lässt,  während  die  Philosophen ­
  sie  seit  ewig  existiren  lassen,  kommt  hier  nicht  in
Betracht.  Aus  dem  angeführten  Satze  ergibt  sich  als  Folgerung, ­
  dass  bei  der  natürlichen  Erzeugung  der  Körper  die
Materie  zusammt  der  potentiellen  Form  Subject  der  substanzialen
  Generation  seien; 1  dies  hält  Baconthorp  auch  in  der
Menschengeneration  fest,  bei  welcher  er,  wie  wir  oben  sahen,
die  natürlichen  Agentien  vom  übernatürlichen  Agens  unterscheidet, ­
  in  dessen  Kraft  die  Seele  von  aussen  in  das  von
den  Eltern  zu  zeugende  körperliche  Menschengebilde  eintritt.
In  Folge  dessen,  dass  der  Menschenleib  eine  von  der
intellectiven  Wesensform  unterschiedene  Seinsform  als  Körper
hat,  erscheint  selbstverständlich  der  Intellect  weit  mehr  activ,
als  da,  wo  die  intellective  Seele  unmittelbare  Wesensform  des
Leibes  ist.  Dazu  kommt  noch,  dass  Baconthorp,  der  gegen
die  Abscheidung  der  Potenzen  vom  Wesen  der  Seele  sich  erklärt, ­
  Intellect  und  Wille  nicht  als  zwei  gesonderte  Potenzen
der  intellectiven  Seele  auseinandertreten  lässt,  daher  er  dem
Intelleete  in  der  Function  des  Erkennens  einen  höheren  Grad
von  Activität  zuerkennt,  als  Duns  Scotus,  der  beide  Vermögen
auseinanderhält,  eben  deshalb  aber  auch  noch  in  der  Form
des  abstractiven  Erkennens  bis  auf  einen  gewissen  Grad  an
dem  Gedanken  eines  speculativen  oder  specularen  Erkennens
(per  species)  festhält,  an  dessen  Stelle  bei  Baconthorp  wie  bei
Aureolus  ein  einfaches  geistiges  Sehen  tritt.  Er  erhärtet  das
active  Verhalten  des  Intellectes  im  Erkennen  aus  Averroes, 2
welchen  Wilton  ungerechtfertigter  Weise  für  die  entgegengesetzte ­
  Anschauungsweise  citire.  Es  fänden  sich  bei  Averroes
wohl  Aeusserungen,  welche  dieselbe  zu  bestätigen  scheinen;
wo  er  aber  ex  professo  die  Frage  erörtert,  unterscheidet  er
ausdrücklich  zwischen  dem  Intellectus  possibilis  und  agens,
und  spricht  '  letzterem  ausschliesslich  ein  actives  Verhalten

numerus  specierum  eatium  generabilium.  Quodlibet.  I,  qu.  6,  art.  3.  Vgl.
auch  2  dist.  18,  art.  2.
1  2  dist.  18,  art.  3.
2  2  dist.  24,  art.  4,  §.  3.
            
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