Der Averroismus in der clirißtlich-peripatetischen Psychologie.
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Sie hat vor anderen Wesensformen nur dies voraus, dass sie
unabhängig; von ihrem Subjecte zu bestehen vermag, was jene
nicht vermögen. Die Meinung, Aristoteles habe es zweifelhaft
gelassen, ob die intellective Seele Wesensform des Leibes sei,
ist irrig. 1 Er hält von vorneherein den Begriff der Wesensform
als immanenten Bewegungsprincipes im Gegensätze zu den in
den himmlischen Intelligenzen gegebenen äusseren Bewegungsprincipion
der Himmelskörper fest; daraus folgt, dass, während
die Himmelskörper immer bleiben, was sie sind, der Mensch
aufhört, zu sein, was er ist, sobald er der intellectiven Seele
verlustig gegangen ist, indem das körperliche Residuum nur
aequivoco den Namen Mensch führt. 2 Aristoteles erläutert das
Verhältniss der besonderen Arten der Seele zum allgemeinen
Begriffe der Seele durch jenes aller besonderen Arten von Figuren
zum allgemeinen Begriffe der Figur; 3 wie jede besondere
Figur unter dem allgemeinen Begriffe der Figur, ist sonach auch
der Begriff der Anima intellectiva unter dem allgemeinen Begriffe
der Seele enthalten. Wenn Aristoteles den Intellectus speculativus
vom allgemeinen Seelenbegriffe eximiren zu wollen
scheint, 4 so hat dies seinen Grund darin, dass er denselben
nicht als Seele, sondern als Vermögen der Seele ins Auge
fasst, worüber zu handeln er einer späteren Stelle seines
Werkes de Anima 5 vorbehält. Die Aeusserungen des Aristoteles
über die intellective Seele als Wesensform des Menschen lauten
so bestimmt und unzweideutig, dass die Zweifel über den
wahren Sinn derselben sich nicht aus dem Inhalte der Bücher
de anima erklären lassen, sondern anderswoher sich begründen.
Und in der That, wenn man sich blos an die allgemeinen kosmologischen
Grundanschauungen des Aristoteles hält, so lassen
sich allerdings gewichtige Instanzen gegen die oben erhärtete
Lehre des Aristoteles von der Anima intellectiva aufbringen; 6
1 Quodlibet. I, qu. 1, art. 2, §. 1.
2 üaconthorp bezieht sich hier auf die Stelle Auim. II, p. 414 a, lin. 12: q
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3 Anim. II, p. 414 b, lin. 20 ff.
4 Anim. II, p. 415 a. lin. 11: rapi 5! tou OEiopqrixoü vou ETEpo? Xdyo;.
5 Anim. III, c. 5.
6 In cominunibus passibus procedit ex principiis communibus, quorum unum
est, quod materia uunquam est sine forma nec forma sine materia,