Der Averroitsmutj in der cliristlich-peripatetischen Psychologie.
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psychisch-somatische Bedeutung des Herzens auf, welche er
mit jener vorübergehenden Selbstcorrectur nicht in Einklang
zu bringen weiss. Er ratiocinirt nämlich so: Der Mensch hat
Affecte, weil er ein Herz hat; diese eigenthümliche Art von
psychischer Lebendigkeit muss wegfallen, wenn das Subject
derselben, das Herz, oder allgemeiner die sinnliche Leiblichkeit
durch den Tod zerstört ist; also sind die Affecte doch nur
Passiones conjuncti, nicht Passiones der Seele an sich. Hier
ist nun zunächst übersehen, dass die Seele nicht blos Vitalkraft
des Leibes, sondern wesentlich selber ein Lebendiges ist,
wie sie denn auch nur unter dieser Voraussetzung Vitalprincip
des Leibes ist. Da ferner die Organisation des Leibes dem
Wesen der Seele angepasst, ja eigentlichst plastischer Ausdruck
der psychischen Organisation des Menschen ist, so ist es ganz
sachgemäss und erklärlich, dass das Herz als Lebensherd des
Leibes zugleich auch die somatische Stätte der seelischen Empfindung
ist; ja der gesammte innere Seelenmensch ist als empfindender
im Herzen gesammelt, wie er als denkender und wollender
im Haupte locirt ist und von da aus über die leiblichen
Organe seines selbstthätigen Thuns gebietet. Der innere Seelenmensch
gliedert und concretisirt sich in seiner Entwickelung
durch das Auseinandertreten von Herz, Geist und Wille; dieser
inneren Selbstgliederung entspricht die Configuration des leiblichen
Menschengebildes als plastischer Abdruck und somatisches
Thätigkeitsvehikel des inneren Seelenmenschen. Da
Aureolus den lebendig concretisirten Begriff des inneren Seelenmenschen
nicht hatte, so konnte er das Herz nur als somatische,
nicht aber auch als psychische Realität begreifen, und
zu einem aus dem Wesen der Seele geschöpften Verständniss
der an der Stätte des somatischen Herzens statthabenden
Wechselbezüge zwischen der seelischen Innerlichkeit und der
sinnlichen Leiblichkeit nicht Vordringen. Dazu wäre nothwendig
gewesen, die menschliche Seele als lebendige Selbstigkeit zu
erfassen, als deren receptive oder reactive Aeusserungen die
seelischen Affecte zu nehmen sind; in dem Masse nun, als die
sinnliche Leiblichkeit an der seelischen Selbstigkeit Antheil
hat, müssen sich die mannigfachen Affectionen letzterer auch
an der somatischen Stätte des seelischen Empfindens, d. i. im
Herzen reflectiren, dessen Benennung deshalb auf die ini selbstigen