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Werner.
Die Passiones animales stehen insofern zu den Passiones
corporales in einem genetischen Verhältnisse, als durch letztere
auch erstere hervorgerufen werden. Bei deu Thiereu haben
die Passiones corporales gewisse ihnen entsprechende Passiones
animales zur unausbleiblichen Folge; 1 denn die Aestimativa
des Thieres entbehrt der discursiven Thätigkeit, mittelst welcher
im Menschen das durch den unmittelbaren sinnlichen Eindruck
provocirte Urtheil der Aestimativa geändert werden kann. 2
Allerdings muss der vom gegenwärtigen sinnlichen Eindrücke
beherrschten Aestimativa die nöthige Freiheit verschafft werden,
auf dasjenige Gedankenmotiv zu advertiren, kraft dessen ihr
unmittelbares Urtheil umgestimmt werden kann. Diese Freiheit
wird ihr verschafft durch jenen Grad von Spannung und Steigerung
der seelischen Attention, welcher ausreicht, der in der
Aestimativa wirksamen Ratio die Verknüpfung und discursive
Zusammenhaltung des zu berücksichtigenden Gedankenmotivs
mit dem unmittelbaren Urtheile der Aestimativa zu ermöglichen.
Allen apprehensiven Potenzen ist ein Attentionsvermögen eigen,
dessen Steigerung mit Lust verbunden ist; so ist denn auch
die apprehensive Ratio einer derartigen Steigerung fähig, dass
sie ganz und gar sich in das Object ihrer Thätigkeit versenkt,
und in Kraft der aus dieser ihrer gespannten Attention geschöpften
Befriedigung den unmittelbaren Eindruck der sinndie
Passiones, obschon nur in accidenteller Weise, eigentliche Leidenheiten
der Seele: Passio proprie dicta non potest competere animae, nisi
per accidens, inquantum seil, compositum patitur. Sed in hoc est diversitas;
nam quando hujusmodi transmutatio fit in deterius, magis proprie
habet rationem passionis, quam quando fit in melius; unde tristitia magis
proprie est passio quam laetitia (2, 1 qu. 22, art. 1).
1 Katio, quare sic se concomitantur tales passiones diversarum potentiarum,
est ex connexione objectorum. Quando potentiae sic se habent, quod
praesente objecto uni potentiae fit objectum conforme alteri, necessario
ex passione causata ab objecto in illa potentia fit conformis in alia; sed
ad praesentiam objecti extra fit necessario objectum praesens in imaginatione,
et ab ista fit objectum conforme in aestimativa, et objectum sic
judicatum necessario est objectum appetitus. 3 dist. 16, qu. 2, art. 1.
2 Aestimativa discurrens copulat futurum bonura cum praesenti malo, et
judicat passionem exterius apprehensam esse bonam, et tune necessario
gaudium in corde, quod expresse patet in matribus, in quibus judicium
propter gaudium futurum non sequebatur passionem exteriorem. Unde
dicebat beatus Laurentius in tormentis: Gratias tibi ago Domine etc. Ibid.