Dor AverroiemiiB in der christlich-peripatetischen Psychologie.
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es ihm so schwer macht, die Idee der menschlichen Seele als
Wesensform des Leibes in dem vom Viennenser Concil declarirten
Sinne als eine philosophisch streng erweisbare Wahrheit
anzuerkennen.
Der Einfluss der averroistischen Auslegung des Aristoteles
zeigt sich auch in der Lehre des Aureolus von dem Seelenvermögen.
Der intellectiven Seele als solcher kommt ausser
den Thätigkeiten der Intellection und Wollung nur die Virtus
motiva, durch welche sie den Körper bewegt, als selbsteigenes
Vermögen zu. Es liegt im Begriffe der Seele, dass ihr dieses
Vermögen eigne; das Verhältniss zwischen Seele und Körper
ist jenes des Movens zum Motum. Und da nichts sich selber
bewegen kann, so beweist sich hieraus, dass nicht bloss im
Menschen, sondern auch in den Thieren Seele und Leib essentiell
verschieden sein müssen. 1 Die sensitiven Apprehensivkräfte
hingegen sind nicht Potenzen der Seele für sich allein,
auch nicht einmal schlechthin Potenzen des Menschenwesens
als Compositum aus Seele und Leib, sondern insofern der Leib
eine mittlere Proportion der Gegensätze des Warmen und Kalten,
Feuchten und Trockenen darstellt. Unter den apprehensiven
sensitiven Potenzen sind also die Ausgleichungen der genannten
Gegensätze in Bezug auf das Tangible, Schmeckbare, Riechbare
u. s. w. als bestimmte complexionale Formen und absolute
Qualitäten, welche aus der Beschaffenheit des Compositum
humanum sich ergeben, zu verstellen. 2 Diese Potenzen fallen
nicht nur selbstverständlich bei der Trennung der Seele vom
ipsam animam, non qnia constituant animam sicnt materia et forma, quae
sunt res ab invicem separabiles, sed quod ad eam concurrant sicut duae
realitates inseparabiles. Aureol. Quodlibet. VII, art. 2.
1 Miror multum, quod philosophantes potuerunt adbaerere illi opinioni vulgatae,
quod in aninmlibus non differat, realiter et secundum essentiam
corporeitas ab ipsa anima. Videtur enim mihi, quod apud Aristotelem
et ejus sequaces necesse sit, quod alia sit animae realitas a realitate corporis;
nam Aristoteles et Commentator expresse dicunt, quod in animali
oportet animam, quae est motor, distingui a corpore, quod est motum.
Et ratio est, quia movens necesse est quod distinguatur a moto, ut expresse
Commentator dicit 8 Physic. 4 dist. 45, art. 2.
2 Actus sentiendi non est conjunctim, nisi per rationem talis mixtionis et
medietatis ipsaruin qualitatum sensibilium; ergo nec potentiae. 4 dist.
45, art. 1.
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. XCVIII. Bd. I. Hft.
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