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Werner.
des Leibes, sondern unmittelbar für das Leben desselben zu
halten habe. Er macht sich wohl selber den Einwurf, dass
man ja das Leben des Leibes als Wirkung der Seele ansehen
könnte, hält aber diese Auskunft für verfehlt, da die Seele
für diesen Fall nicht als Wesensform, sondern bloss als Beweger
des Leibes, 1 andererseits aber ihrem creatürlichen Charakter
entgegen sogar als schöpferisches Princip erscheinen würde.
Zu dieser Behauptung konnte aber Aureolus nur desshalb
kommen, weil er den sinnlichen Stoff als etwas an sich Todtes
ansah, welches erst durch eine nachträglich hinzukom inende
Seele Leben erhalten könne. Ist die sichtbare Naturwirklichkeit
überhaupt etwas Lebendiges und das Sterben und Vergehen
des Einzelnen nichts anderes als ein Herabsinken des sich
zersetzenden Stoffgebildes aus einer höhergesteigerten Lebensform
zu einer niederen, in welcher das entseelte Gebilde dem
Wechselspiele der ihrer höheren Bindung verlustig gegangenen
Kräfte des Stoffes preisgegeben erscheint, so hat man die
menschliche Seele nicht als Schöpferin einer im Stoffe als
solchem gar nicht vorhandenen Lebendigkeit, sondern als
Wirkungsprincip anzusehen, kraft dessen die dem Stoffe immanente
Lebendigkeit zur Auswirkung der dem Wesen der Seele
congruirenden Leibesbildung determinirt wird, was nicht geschehen
kann, ohne dass die Seele den lebendigen Stoff innerlich
fasst und die Wirkungskräfte desselben bis auf einen bestimmten
Grad sich zu eigen nimmt. Damit wird aber nicht
die dem Stoffe immanente Lebendigkeit aufgehoben; diese ist
vielmehr die Möglichkeitsbedingung der Fassbarkeit des Stoffes
für die Seele. Auch kann die Seele nicht jedweden Stoff beseelen,
sondern nur denjenigen, der zur Reception der von der
Seele ausgehenden assimilativen Wirkungen eigenartig zubereitet
ist. Ferner darf die Lebendigkeit des von der Seele innerlich
zu fassenden Stoffes nicht bis zu einem Grade gesteigert sein,
zufolge dessen er dem Gefasstwerden durch die Seele widerstreben
würde. JDaher kann die Einigung von Seele und Leib
im Menschen nicht etwa als Verbindung von Engel und Thier
gedacht werden, wobei nebstbei auch die in der Idee des
1 Anima tune non vivificaret formaliter sed effective, et non uniretur corpori
ut forma sed ut motor, et habebit se sieut sigillum ad ceram. Ibid.