Der ArerroiBmuB in der ehriBtlich-peripatetischen Psychologie.
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Sinne wie die Anima als Lebensprincip Perfectionen des Menschen
sind. In der That ist es der Philosophie bis jetzt nicht gelungen
zu erweisen, dass die Anima intelleetiva in demselben Sinne
wie die natürlichen Formen der Körperdinge Wesensform des
Menschen sei. Es ist auch höchst schwierig, sich vorstellig zu
machen, in welcher Weise Leib und Seele ein Unum constituiren
sollen; es ist indess nicht unmöglich, wofern man daran
festhält, dass beide in ihrer Einigung als zwei actuell differente
Naturen verharren. Die Einigung beider vollzieht sich in der
durch das Zusammenwirken des Intellectus und der Phantasia
bedingten Thätigkeit des Intelligere, * deren Indivisio bis zu
einem gewissen Grade auch eine Indivisio der durch das Zusammensein
von Leib und Seele constituirten Existenz nach
sich zieht. Dieses Resultat des natürlichen Denkens muss
jedoch umgeformt werden nach den Normen der auf dem Concil
von Vienne (a. 1311) getroffenen Entscheidung, welcher gemäss
Leib und Seele ein Unum in jenem Sinne bilden, wie der Stoß
und die Form eines Wachses, so dass die menschliche Seele
gleich allen anderen Wesensformen nur eine Actuation und
Formation des Leibes sei, und zufolge der Unbegreiflichkeit
dieses Verhältnisses zwischen Leib und Seele auf eine rationale
Erweisung desselben verzichtet werden müsse. 2 Mau muss
wohl in der durch Leib und Seele constituirten actuellen Einheit
eine potentielle Zweiheit zulassen, weil sonst die vom Leibe
unabhängige Fortdauer der Seele nach dem Leibestode unerklärlich
bliebe; der Gedanke aber an eine actuelle Zweiheit
im Menschen muss schlechthin aufgegeben werden.
Das Concil von Vienne, auf dessen Entscheidung sich
Aureolus beruft, hatte definirt, die Anima rationalis seu intellectualis
sei per se et essentialiter forma corporis humani.
1 Nunquam intellectus potentialis actu intelligit, nisi intentio iutellecta
objective fundetur in intentione imaginata; qui enim necessario iiitelligit
universale, necessario intelligit illud in particulari aliquo, sicut lineara
simpliciter intelligendo in hac linea, puta pedali, vel aliqua alia linea
particulari, ut Philosophus dicit de Memoria et Reminiscentia. 2 dist. 16,
art. 1.
2 Sicut non est quaerenda causa, quare ex cera et figura fiat unum, sic
non est quaerenda causa, quare unum fiat ex aiiima et corpore. 2 dist.
16, art. 2.
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