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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Der  ÄTerroismns  in  der  christlich-peripatetischen  Psychologie.

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Die  Materie  der  intellectiven  Substanzen  hat  mit  der  Materie
der  Körperdinge  die  PotentiaLität  gemein,  unterscheidet  sich
aber  von  derselben  dadurch,  dass  sie  nicht  die  dreifache  Dimension ­
  der  Körperdinge  als  Passio  propria  recipiren  kann.  Hierin
hat  Bonaventura  das  Unterscheidungsmerkmal  zwischen  der
Materie  der  Körper  und  der  geschöpflichen  intellectiven  Substanzen ­
  gesehen, 1  während  Averroes  zufolge  umständlicherer
Analyse  der  Unterschiede  zwischen  beiden  Arten  von  Materien
drei  Unterscheidungsmerkmale  eruirt,  die  übrigens  in  dem  von
Bonaventura  angegebenen  sämmtlich  schon  enthalten  sind.
Man  wendet  ein,  dass  die  menschliche  Seele,  wenn  sie
aus  Materie  und  Form  zusammengesetzt  wäre,  zwei  Materien,
ihre  eigene  und  jene  des  ihr  eignenden  Leibes,  oder  eine
Materie  die  andere  informiren  würde.  Hiebei  wird  übersehen,
dass  Materie  und  Form  der  Seele  ein  untrennbares  Ganzes
bilden,  in  welchem  die  Materie  kein  von  der  Form  unterschiedenes ­
  Sein  hat;  dieses  untheilbare  Ganze  nun  ist  Informationsprincip
  des  Leibes,  d.  h.  macht  ihn  durch  Mittheilung
seiner  selbst  zu  dem,  was  er  ist. 2  In  ähnlicher  Weise  würde
auch  eine  Quantitas  materiata  die  Materie  informiren.  Dass  man
sich  an  dem  Gedanken  einer  aus  Materie  und  Form  zusammengesetzten ­
  Seele  stösst,  beruht  auf  einer  falschen  Denkgewöhnung,
welche  im  Hinblicke  auf  die  herkömmliche  Anschauungsweise
als  eine  Neuerung  zu  bezeichnen  ist, 3  und  eine  unrichtige  Vorstellung ­
  vom  allgemeinen  Wesen  der  Materie  zur  Voraussetzung

concipi,  tota  antem  multitndo  rosarum  particularium  non  plnrificatnr,  et
ideo  est  eadem  in  me  et  in  te.  Ibid.
1  Hoc  pnto  intellexit  doctor  antiqnns  Bonaventura,  qni  dicit,  qnod  materia
illorum  sensibilium  et  intelligibilinm  non  differt  secnudum  quidditatem,
tarnen  differt  secundum  esse,  qnia  videlicet  illa  est  semper  sub  trina
dimensione.  2  dist.  3,  qu.  1,  art.  1.
1  Vgl.  Die  hievon  abweichende  Beantwortung  desselben  Einwurfes  von  Seite
des  Dnns  Scotus  in  meiner  Schrift  Joh.  Duns  Scotus  (Wien,  1881)
S.  280,  Anm.  2.
3  Philosoph!  et  Sancti,  qui  diligentissime  investigarunt  de  naturis  istorum,
expresse  intellexerunt.  qnod  essent  compositae  ex  materia  et  forma.  Ideo
teneo  cum  eis,  licet  prima  facie  videtur  dissonum,  et  imaginatio  liorreat
ratione  trinae  dimensionis,  cnm  qua  semper  intelligimus  materiani,  a  qua
hujusmodi  snbstantiae  sunt  abstraetae,  et  intelliguntur  componi  ex  materia
et  forma.  2  dist.  3,  qu.  1,  art.  3.

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