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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  Knnama-Sprache  in  Nordost-Afrika.

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eins  über  die  grosse  Zelmheit.  ülnfa  tausend  ist  erst  durch
die  egyptischen  Soldaten  eingeführt  worden. 1
219)  Für  zwanzig  notirte  ich  mir  in  Tendere,  Samero
und  Gega  die  Bezeichnung  cuüma  und  man  zählt  dann  asum
ella  21,  asüma  bare,  22  u.  s.  w.  bis  dreissig,  das  wieder  Siba
sadde  lautet,  ebenso  Seba  solle  vierzig,  dagegen  wieder  asüma
bare  ella  41  (=  20  X  2  +  1)  u.  s.  w.  neben  Seba  solle  ella  u.  s.  w.
Die  Form  asüma  ist  wohl  gleich  a  +  sa-ma 2  den  Körper  ausmachend ­
  (die  zehn  Finger  und  Zehen  zusammengezählt);
asüma  nennt  man  auch  ein  aus  Palmenschnüren  geflochtenes
Netz,  in  welchem  die  Kunama  ihre  Esswaaren  eingefasst  transportiren;
  den  Inhalt  nennen  sie  nduda  Last  und  asüma  ist
hierzu  die  Einfassung,  um  darin  die  Last  leichter  transportiren
zu  können.  ,
220)  Aus  dem  Vorangehenden  ist  wohl  klar  zu  ersehen,
dass  bei  den  Kunama  das  Numerale  sich  noch  nicht  fest  ausgeprägt ­
  hat,  sondern  erst  in  der  Ausbildung  begriffen  ist.
Fast  in  jedem  Dorfe  weichen  einzelne  Numeralbezeichnungen
von  den  der  übrigen  Ortschaften  ein  und  desselben  Gaues  ab
und  wenn  vielfach  die  Behauptung  aufgestellt  wird,  dass  das
Numerale  eines  Volkes  mit  zu  dessen  frühesten  geistigen  Errungenschaften ­
  gehöre,  so  trifft  diese  Ansicht  wenigstens  in
Bezug  auf  die  Kunama  nicht  zu.  Ich  möchte  hier  noch  erwähnen, ­
  dass  das  Kunama-Volk  auch  wenig  Anlass  hat,  das
Numerale  stricte  und  bündig  zu  consistiren:  der  Handel  des
Volkes  ist  gleich  Null,  Geld  kennen  die  meisten  Leute  gar
nicht  und  treiben  nur  höchst  unbedeutenden  Tauschhandel.
Die  Steuern,  welche  das  Volk  alljährlich  an  Egypten  zu  entrichten ­
  hat,  geben  ebensowenig  Anlass  zum  Rechnen,  da  die
einrückenden  Truppen  keine  numerisch  festgesetzte  Abgabe
fordern,  sondern  einfach  alles  sich  aneignen,  was  brauchbares
und  bewegliches  Gut  ist.  Auch  will  ich  nicht  unerwähnt  lassen,
dass  die  Mehrzahl  der  Kunama  über  zehn  hinaus  gar  nicht
zu  zählen  versteht;  ich  sage  dies  nach  vielfältiger  persönlicher
Erfahrung.  Am  ehesten  hätten  noch  die  Hirten,  denen  die
Bewachung  der  Rinder  und  Ziegen  obliegt,  Anlass  zu  zählen,
1  y  qjf  mit  dem  Kunama-Nominalausgang  o,  plur.  xdüfai  tausende.
2  Ueber  a-  vgl.  §§.  114  und  163,  und  oben  §.  16;  über  sü-ma  vgl.  §.  216.
            
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