Die handschriftliche Ueberlieferung des Salvianus.
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mit dem Ablativ zu verbinden. So 111, 9 plenam omni perfectionis
genere; ibid. 60 plenum omni offensione et... labe; VII, 70
plenam turbis sed magis turpitudinibus plenam diuitiis sed magis
uitiis; ibid. 72 pars ciuitatis plena sordibus; ibid. 101 plenas
impuritatibvs monstniosis ciuitates; ibid. 106 ciuitates lustris
plenae; auch Epist. III1, 14 pleni estis solacüs iucundissimis,
pleni pignoribus carissimis, pleni benedictione diuina. Nur an
einer Stolle I, 58 steht der Genitiv: plenus est iustitiae et
misericordiae dominus; indess haben alle codd. ausser A auch
hier iustitia et mesericorch'a; ich möchte daher annehmen, dass
der Genitiv in A, d. h. das ae in iustitiae dem folgenden et,
und das ae in misericordiae dem folgenden d seine Entstehung
verdankt, oder der falschen Construction zu dominus, welcher
auch das folgende falsche pietatis statt pietati ebenso gut zur
Last fallen kann, wie dem folgenden suae. Nach alledem erscheint
mir pleni nicht annehmbar. Irre ich nicht, so ist hier
gar nichts zu ergänzen, sondern wir haben einen Genitiv qualitatis
vor uns, wie VII, 65: ut Aetnam putes impudicarum fuisse
flammarum. — Auf ähnliche Weise können die übrigens wenigen
Lücken des Archetypus entstanden sein, so dass es wenigstens
nicht nothwendig ist, an eine unleserlich gewordene Vorlage
desselben zu denken, zu deren Annahme überdies auch sonst
keinerlei zwingende Indicien vorliegen.
Ich bin im Gegeutheil der Ueberzeugung, dass der Archetypus
unserer Schrift in durchaus gutem Zustande war und
nur an den gewöhnlichen Gebrechen der meisten Handschriften
litt, die sich dann regelmässig forterbten und, je nach der
Sorgfalt respective Sorglosigkeit oder auch Unkenntniss der
Abschreiber, vermehrten.
Fortgeerbt haben sich nämlich aus dem Archetypus oder
dessen Vorlage in allen Handschriften ausser den, wie gesagt,
wenig zahlreichen Lücken:
1. Interpolationen (Glossen). So z. B. II, 5 die
Worte: de gubernatione dei, die ohne Zweifel als Gegensatz
zu den letzten Worten: Igitur de praesentia ac de respectu
dei ista sufficiunt ursprünglich zur näheren Orieütirung über
die Disposition der Schrift am Rande standen und dann im
cod. A nach sufficiunt, in den übrigen codd. etwas früher, nach
eorum in den Text kamen. Denn dass dei in cod. B nach-