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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  handschriftliche  Ueberlieferung  des  Salvianus.

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mit  dem  Ablativ  zu  verbinden.  So  111,  9  plenam  omni  perfectionis
genere;  ibid.  60  plenum  omni  offensione  et...  labe;  VII,  70
plenam  turbis  sed  magis  turpitudinibus  plenam  diuitiis  sed  magis
uitiis;  ibid.  72  pars  ciuitatis  plena  sordibus;  ibid.  101  plenas
impuritatibvs  monstniosis  ciuitates;  ibid.  106  ciuitates  lustris
plenae;  auch  Epist.  III1,  14  pleni  estis  solacüs  iucundissimis,
pleni  pignoribus  carissimis,  pleni  benedictione  diuina.  Nur  an
einer  Stolle  I,  58  steht  der  Genitiv:  plenus  est  iustitiae  et
misericordiae  dominus;  indess  haben  alle  codd.  ausser  A  auch
hier  iustitia  et  mesericorch'a;  ich  möchte  daher  annehmen,  dass
der  Genitiv  in  A,  d.  h.  das  ae  in  iustitiae  dem  folgenden  et,
und  das  ae  in  misericordiae  dem  folgenden  d  seine  Entstehung
verdankt,  oder  der  falschen  Construction  zu  dominus,  welcher
auch  das  folgende  falsche  pietatis  statt  pietati  ebenso  gut  zur
Last  fallen  kann,  wie  dem  folgenden  suae.  Nach  alledem  erscheint ­
  mir  pleni  nicht  annehmbar.  Irre  ich  nicht,  so  ist  hier
gar  nichts  zu  ergänzen,  sondern  wir  haben  einen  Genitiv  qualitatis
  vor  uns,  wie  VII,  65:  ut  Aetnam  putes  impudicarum  fuisse
flammarum.  —  Auf  ähnliche  Weise  können  die  übrigens  wenigen
Lücken  des  Archetypus  entstanden  sein,  so  dass  es  wenigstens
nicht  nothwendig  ist,  an  eine  unleserlich  gewordene  Vorlage
desselben  zu  denken,  zu  deren  Annahme  überdies  auch  sonst
keinerlei  zwingende  Indicien  vorliegen.
Ich  bin  im  Gegeutheil  der  Ueberzeugung,  dass  der  Archetypus ­
  unserer  Schrift  in  durchaus  gutem  Zustande  war  und
nur  an  den  gewöhnlichen  Gebrechen  der  meisten  Handschriften
litt,  die  sich  dann  regelmässig  forterbten  und,  je  nach  der
Sorgfalt  respective  Sorglosigkeit  oder  auch  Unkenntniss  der
Abschreiber,  vermehrten.
Fortgeerbt  haben  sich  nämlich  aus  dem  Archetypus  oder
dessen  Vorlage  in  allen  Handschriften  ausser  den,  wie  gesagt,
wenig  zahlreichen  Lücken:
1.  Interpolationen  (Glossen).  So  z.  B.  II,  5  die
Worte:  de  gubernatione  dei,  die  ohne  Zweifel  als  Gegensatz
zu  den  letzten  Worten:  Igitur  de  praesentia  ac  de  respectu
dei  ista  sufficiunt  ursprünglich  zur  näheren  Orieütirung  über
die  Disposition  der  Schrift  am  Rande  standen  und  dann  im
cod.  A  nach  sufficiunt,  in  den  übrigen  codd.  etwas  früher,  nach
eorum  in  den  Text  kamen.  Denn  dass  dei  in  cod.  B  nach-
            
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