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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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ReiniBch.

anlautenden  Verbalstammes.  So  finde  ich  in  meinen  Texten
babal  trösten  (bal  verlieren,  dann  aufgeben,  einen  bitteru  Gedanken), ­
  babö  gesund  machen  (bö  genesen),  fufura  verjagen
(fura  fliehen),  lalab  trocknen  etwas  (lab  trocken  werden),  mime
versüssen  (a-ma  süss,  Adjectiv,  woraus  auf  ein  Verb  mi  oder  me
süss  sein,  zu  schliessen  ist,  das  ich  aber  in  meinen  Materialien
nicht  vorfinde),  susu  Frieden  vermitteln  (su  aufgeben  die
Feindschaft).
46)  In  vielen  Fällen  findet  sich  eine  Umschreibung  des
Causativs  vermittelst  des  Verbs  wl  veranlassen,  bewirken.  Das
von  diesem  abhängige  Verb  steht  dann  im  Finalis;  z.  B.  aba
ahandi  sBsana  sakisündna  nawike  ich  liess  ihn  gestern  mein
Kleid  waschen.  Ueber  eine  weitere  Art  der  Causativbildung
vgl.  den  Abschnitt:  Abgeleitete  Verba,  §.  127,  155  und  Note
zu  159.
3)  Tempora  des  Verbums.
47)  Das  Kunama  kennt  nur  zwei  Tempora:  den  Aorist
und  das  Futurum.  Jenes  drückt  aus,  dass  eine  Handlung
oder  ein  Zustand  in  der  Vergangenheit  eingetreten,  gleichgiltig
ob  diese  Handlung  auch  in  der  Vergangenheit  ihren  Abschluss
gefunden  (Perfect)  oder  in  ihrer  Wirkung  noch  in  die  Gegenwart ­
  hereinreicht  (Präsens).  Unser  Präsens  und  Perfect  wird
demnach  im  Kunama  durch  den  Aorist  ausgedrückt.  Das
Futurum  setzt  den  Eintritt  einer  Handlung  in  die  Zukunft.
48)  Das  charakteristische  Merkmal  des  Aorist  ist  -ke,
welches  an  die  Radix,  das  des  Futurums  aber  -na,  welches  an
den  Imperativstamm  angefügt  wird.  Ausser  diesen  genannten
Suffixen,  welche  zur  Bezeichnung  der  Zeit  dienen,  erhält  das
Verbum  noch  Personalpräfixe  (für  Aorist  und  Futurum  gleichlautend), ­
  um  Person  und  Numerus  auszudrücken.
49)  Zufolge  dieser  Personalpräfixen  unterscheidet  aber  das
Kunama  vier  Conjugationen,  welche  sich  am  leichtesten
dadurch  unterscheiden  lassen,  je  nachdem  die  dritte  Person  des
Singular  ein  e-,  i-,  o-  oder  u-  als  Personalpräfix  zeigt.  Die  Verba
der  Conjug.  I  sind  intransitiva,  die  der  übrigen  drei  Conjugationen ­
  aber  sowohl  transitiva  als  auch  intransitiva.
50)  Als  Schema  mögen  folgende  vier  Verba  dienen:  ke
begegnen,  lab  trocken  werden,  boro  durchlöchern,  ful  salben.
            
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