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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  Classe  der  Wahrhaftigen  in  China.

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Khien  hatte  Begabung  und  Bemessung,  im  Benehmen  und
Wandel  war  er  rein  und  sorgsam.  Er  wurde  von  den  Strassen
des  Landstrichs  geehrt.  Selbst  die  sehr  Nahestehenden  wagten
es  nicht,  mit  ihm  vertraulich  zu  sein  oder  ihn  zu  beleidigen.
In  dem  Zeitalter  der  Tscheu  wurde  er  nacheinander  oberer
verbreitender  und  vorbringender  vorzüglicher  Mann  und  ältester
Grosser  des  Umkreises  der  Mutterstadt.
Als  Kao-tsu  die  Altäre  der  Landesgötter  in  Empfang  nahm,
ernannte  er  Khien  im  Hervorziehen  zum  aufwartenden  Leibwächter ­
  von  der  Abtheilung  der  Gewässer  und  setzte  ihn  in
das  Lehen  eines  Lehensfürsten  dritter  Classe  des  Kreises
Sö-tao.  Nach  nicht  langer  Zeit  trat  Khien  aus  und
wurde  Statthalter  von  Kuang-han.  Er  stand  sehr  in  dem  Rufe
der  Befähigung.  Plötzlich  wurde  die  Landschaft  aufgelassen.
Um  die  Zeit  war  Kao-tsu  erst  in  den  Besitz  der  Welt
gekommen.  Indem  er  ächtes  Bedachtsein  auf  die  Lenkung,
wundervolle  Bemessung,  Vortrefflichkeit  und  Befähigung  aufmunterte, ­
  liess  er  austreten  und  maohte  zu  Landpflegern  und
Vorgesetzten.  Weil  Menschlichkeit  und  Erleuchtung  Khien’s
offenbar  gerühmt  wurden,  ernannte  er  ihn  zum  stechenden
Vermerker  von  j|f|  P’eng-tscheu.  Daselbst  wurden  die  einen
Rechtsstreit  führenden  Menschen  geradezu  fortgeschickt.  Man
fertigte  keine  Schrift  aus  und  gab  nur  dem  zur  Seite  stehenden ­
  Vermerker  ruhig  das  Versprechen.  In  den  Gefängnissen
waren  keine  Gefangenen  in  Banden.
Sieu,  König  von  Schö, 1  hielt  um  die  Zeit  Yitscheu
  nieder.  Derselbe  meldete  die  Sache  in  der  Reihe  nach
oben.  Man  versetzte  Khien  zu  dem  Amte  eines  stechenden
Vermerkers  von  Khiung-tscheu.  Er  befand  sich  zehn  Jahre
lang  in  dem  Amte,  und  Volk  und  Fremdländer  waren  voll
Freude  und  unterwarfen  sich.
Als  Sieu,  König  von  Schö,  eines  Verbrechens  schuldig
war,  wurde  Khien  angeklagt,  mit  ihm  verkehrt  zu  haben.
Man  entsetzte  ihn  seines  Amtes.  In  die  Strasse  des  Bezirkes ­
  zurückgekehrt,  fuhr  er  in  einem  elenden  Wagen  und
mit  mageren  Pferden.  Seine  Gattin  und  seine  Kinder  hatten

*  Sieu,  König*  von  Scliö,  war  der  vierte  Sohn  des  Kaisers  Kao-tsu.
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