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1054 Pfizmaier.
heiten zu fürchten. Wenn ein Mensch erkrankte, mied ihn
sofort das ganze Haus. Vater und Sohn, Mann und Weib
pflegten und ernährten einander nicht, die Wege der Kindlichkeit
und Gerechtigkeit waren zerrissen. Aus diesem Grunde
starben viele Kranke. Kung-I war darüber bekümmert und
wollte die Gewohnheit ändern. Er entsandte daher getheilt
Menschen des Amtes mit dem Aufträge, umherzuziehen und
das Innere der Abtheilungen zu beschränken. In Fällen von
Erkrankung kam man mit Betten und Sänften und stellte diese
in dem Gerichtshause nieder. In den heissen Monaten, zur
Zeit von Seuchen belief sich die Anzahl der Kranken bisweilen
bis auf mehrere Hunderte, und der Flurgang des Gerichtshauses
war gänzlich von ihnen angefüllt.
Kung-I stellte eigenhändig einen Ruhesitz hin und sass
allein zwischen ihnen. Er befand sich ganze Tage und fortgesetzte
Abende ihnen gegenüber. Den Gehalt, den er für
das Ordnen der Geschäfte erhielt, verwendete er vollständig
zum Ankauf von Arzneien. Er holte für sie zum Behufe der
Heilung Aerzte und forderte mit eigenem Munde zum Trinken
und Essen auf. In Folge dessen wurden Alle gesund.
Er berief jetzt ihre nahen Anverwandten und belehrte sie,
indem er sprach: Leben und Tod haben ihren Ausgang von
dem Schicksal. Ohne zu verkehren und sie zu pflegen, habt
ihr sie früher verlassen. Desswegen sind sie gestorben. Jetzt
habe ich die Kranken versammelt, sitze und liege zwischen
ihnen. Wenn man sagt, es finde Ansteckung Statt, wie kommt
es, dass ich nicht gestorben bin? Die Kranken sind genesen,
ihr dürfet es nicht mehr glauben.
Die Söhne und Enkel der Kranken waren beschämt. Sie
brachten Entschuldigungen vor und entfernten sich. Wenn
später Menschen erkrankten, wetteiferte man, sich zu dem Abgesandten
zu begeben. Wenn in einem Hause keine Angehörigen
waren, behielt man die Kranken zurück und pflegte
sie. Man begann erst, wohlwollend und mitleidig zu sein.
Hierdurch wurden die Sitten alsbald gebessert. Innerhalb der
ganzen Gränzen nannte man Kung-I die wohlwollende Mutter.
Später wurde Kung-I zu dem Amte eines stechenden
Vermerkers von Meu-tscheu versetzt. Als er aus dem
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