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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  Kuniinu-Spracbe  in  Nordost-Afrika.

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16)  Die  Wörtchen  iia  und  a  sind  Synonyma;  für  die
erste  Person  wird  statt  des  eigentlichen  a,  mit  welchem  die
Possessivelemente  zu  verbinden  wären,  das  gleichlautende  iia
gewählt,  also  it-d-ha  statt  it’-d-a,  um  den  Zusammenstoss  von
drei  gleichen  Vocalen  (it’-a-a  =  ita-a-a)  zu  vermeiden.
17)  Mit  dem  Worte  na  Mutter  werden  die  Possessivelemente ­
  in  folgender  Art  verbunden:

Singular  Plural
a-n-d-iia  meine,  unsere  Mutter  a-n-d-ha-i  unsere  Mütter
e-n-6-iia  deine,  eure  Mutter  e-n-e-iia-i  eure  Mütter
i-n-i-iia  seine,  ihre  Mutter  i-n-i-iia-i  ihre  Mütter.
18)  In  der  Bedeutung  unsere  Mutter  wird  bisweilen
statt  des  angegebenen  auch  nach  folgendem  Schema  construirt:

Singular
a-n-a-ii-ä-ha  unsere  Mutter
e-n-e-n-e-a  eure  Mutter
i-n-l-n-i-a  ihre  Mutter

Plural
a-n-ä-ii-d-iia-i  unsere  Mütter
e-n-e-ii-e-a-i  eure  Mütter
i-n-i-n-i-a-i  ihre  Mütter.

19)  Die  Form  andiia  (aus  a-nä-d-na)  u.  s.  w.  bedeutet:
meine  Mutter  (a-nä),  mein  Besitz  (d-iia)  u.  s.  w.  Die  Ursache
dieser  combinirten  Possessivbildung  gerade  bei  diesem  Worte
lässt  sich  wohl  zur  Evidenz  erweisen.  Die  Sprache  musste  auf
Mittel  sinnen,  um  Missverständnisse  zu  vermeiden;  so  könnte
a-nä  meine  Mutter  eine  Verwechslung  verursachen  mit  d-na
meine  Gestalt  und  dna  Kopf,  für  mein  Kopf,  bildet  der  Kunaina:
  ana-saug-d-iui,  wörtlich:  Kopl-Knochen  (Schädel)-mein-Besitz,
  dagegen  wieder  an-e-a  dein  Kopf,  an-i-a  sein  Kopi,  im
Plural:  ana-sang-d-iia-i  unsere  Köpfe,  an-e-a-i  eure  Köpfe,
an-i-a-i  ihre  Köpfe.  Für  die  zweite  Person  e-nä  deine  Mutter
könnte  in  der  Rede  ein  Missverständniss  entstehen  mit  e-na
dein  Körper,  deine  Gestalt,  Form,-so  wie  in  der  dritten
Person  mit  iiia  dieser.

3)  Das  Reflexiv.
20)  Dasselbe  lautet  dina  1  und  wird  stets  mit  den  Suffixen
sub  §.  15  verbunden  gebraucht,  als:

1  Ueber  aina,  entstanden  aus  a  +  »na,  vgl.  unten  im  Abschnitt  über  die
Bildung  der  Nennwörter,  §.  117.
            
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