Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

1040

P  fizmaier.

füllten  diese  an.  Desswegen  waren  die  Gemüther  der  Menschen
tadelsüchtig  und  man  brachte  eitler  Weise  Volkslieder  und
andere  Lieder  in  Schwung.  Man  machte  Rechtsstreit  bei  den
Menschen  der  Aemter  anhängig,  es  gab  zehntausend  Endpunkte,
tausend  Veränderungen.
Yen-kuan  wollte  diese  Verderbtheit  umbilden.  Er  bediente
sich  der  Gegenstände  des  Gehaltes  und  rief  die  grossen  Lernenden ­
  des  Ostens  der  Berge  herbei.  Wenn  man  sich  der  Begründung ­
  des  Lernens  zuwendete,  durfte  man  aus  keinen  anderen
Büchern  als  denjenigen  der  Höchstweisen  und  Verständigen
unterrichten.  Er  berief  und  versammelte  sie  immer  am  Ende
des  Monats  und  überblickte  mit  eigenen  Augen  die  Schrifttafeln ­
  und  Prüfungen.
Bei  der  Aufmunterung  zum  Lernen  gab  es  verschiedene
Abstufungen.  Die  Scharfsinnigen  und  Vortrefflichen,  welche
einen  Ruf  hatten,  stiegen  zu  der  Halle  und  man  stellte  Speisen
hin.  Alle  Uebrigen  sassen  in  dem  Flurgang.  Diejenigen,  welche
den  Rechtsstreit  liebten,  die  Beschäftigung  vernachlässigten  und
nichts  zu  Stande  brachten,  liess  er  in  der  Mitte  des  Vorhofes
sitzen.  Man  stellte  stroherne  Geräthe  hin.
Wenn  die  grosse  Vergleichung  beginnen  sollte,  übte  man
die  Gebräuche  für  die  Beschenkung  der  Gäste.  Ferner  verwendete ­
  man  ausserhalb  der  Vorwerke  und  auf  dem  Opferwege ­
  zu  diesem  Zwecke  Werthgegenstände.  Hierdurch  konnten
die  Menschen  aufgemuntert  werden  und  Sitten  und  Gewohnheiten ­
  erfuhren  grosse  Umwandlungen.
Tsiao-thung,  ein  Mensch  aus  ('/  +  IH7  Euyang,
  hatte  die  Eigenschaft,  dass  er  in  der  Trunkenheit  in
Zorn  gerieth  und  ihm  im  Umgänge  mit  Verwandten  die  Artigkeit ­
  mangelte.  Er  wurde  von  seinem  Vetter  verklagt.  Yenkuang
  fand  darin  keine  Schuld.  Als  jener  Mensch  in  die  Schule
des  Landstriches  gelangen  wollte,  hiess  ihn  Yen-kuang  den
Ahnentempel  Khung-tse’s  betrachten.  Um  die  Zeit  befand  sich
in  diesem  Ahnentempel  ein  Bild,  welches  Han-peyü
  darstellte,  wie  er  von  seiner  Mutter  geschlagen  wird  und
keinen  Schmerz  empfindet.  Er  bedauert,  dass  die  Kraft  der
Mutter  schwach  ist  und  weint  der  Mutter  gegenüber  in  Leid.
Tsiao-thung  war  sogleich  erregt  und  besann  sich.  Er
war  betrübt  und  auch  beschämt,  als  ob  er  nichts  in  sich  ent-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.