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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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P  f  i  zmaie  r.

Ein  weisser  Hirsch  wurde  in  der  Hütte  zahm.  Die  Zeitgenossen
meinten,  es  sei  das  Entsprechende  der  kindlichen  Anregung.
Als  er  noch  vor  dem  Ende  der  bestimmten  Zeit  sich  erhob,
übertrug  man  ihm  das  Amt  eines  Gehilfen  der  Landschaft
Yen-men.  In  der  Landschaft  lebte  er  von  Gemüse,  fastete  und
blickte  am  Morgen  und  Abend  traurig  hernieder.  Sein  Angesicht ­
  war  eingefallen,  seine  Knochen  standen  hervor.  Wer
ihn  sah,  bedauerte  ihn.
Um  die  Zeit  geriethen  Lenkung  und  Gesetze  täglich  mehr
in  Unordnung,  die  ältesten  Vermerker  bargen  häufig  in  sich
Schmutz.  Hiao-I,  rein  und  umschränkt,  wurde  immer  strenger.
Indem  er  den  Verrath  hervorzog,  das  Versteckte  aufstörte,
handelte  er,  als  ob  ein  Gott  in  ihm  wäre.  Die  Angestellten
und  das  Volk  rühmten  ihn.
Als  Kaiser  Yang  nach  Kiang-tu  zog,  tödtete  #J  Öt  ü
Lieu-wu-tscheu  aus  Ma-yi  den  Satthalter  J  Wang-jinkung,
  griff  zu  den  Waffen  und  erregte  Aufruhr.  Hiao-I  stellte
sich  mit  Wang-tschi-pien,  Anführer  der  kriegsmuthigen
  Leibwächter,  an  die  Spitze  einer  Streitmacht,  um  über
ihn  Strafe  zu  verhängen.  Er  kämpfte  an  der  Feste  von
Hia-kuan,  ward  aber  seinerseits  geschlagen.  Lieu-wu-tscheu  griff
hierauf  im  Umwenden  die  seitwärts  liegenden  Landschaften  an.
Die  hundert  Geschlechter  geriethen  in  Unruhe  und  Furcht  und
waren  im  Begriffe,  im  Busen  Abfall  und  Auflehnung  zu  hegen.
3E  m  Wang-thsui,  Befehlshaber  von  Yen-men,  und
Andere  waren  Willens,  sich  mit  Lieu-wu-tscheu  ins  Einverständniss
  zu  setzen.  Hiao-I  erhielt  insgeheim  davon  Kenntniss  und
rottete  ihre  Häuser  aus.  In  der  Landschaft  zitterte  man  und
Niemand  wagte  es,  andere  Vorsätze  zu  fassen.
Plötzlich  führte  Lieu-wu-tscheu  eine  Streitmacht  und
rückte  zum  Angriffe  heran.  IIiao-1  stellte  sich  ihm  entgegen,
doch  sein  Loos  war  es  immer,  bewältigt  zu  werden.  Nur  die
einzelne  Feste  vertheidigte  sich.  Nach  aussen  verlautete  nichts
von  Hilfe.  Hiao-I  beharrte  bei  seinem  Vorsatze  und  schwor,
gewiss  zu  sterben.  So  oft  er  einen  Abgesandten  nach  Kiangtu
  schickte,  war  der  Weg  .abgeschnitten,  und  er  konnte  zuletzt
auf  keine  Weise  den  Vollzug  des  Befehles  melden.
Hiao-I  erkannte  ebenfalls,  dass  der  Kaiser  nicht  zurückkehren
  werde.  Jeden  Morgen  und  Abend  wandte  er  sich  zu
            
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