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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Pfizmaier.

Lu-thsu.

JM.  aE^  Lu-thsu  stammte  aus  Fan-yang  in  der  Landschaft
j/^  Tschö.  Sein  Grossvater  Jjr  )|fj!  King-tso  war  in  Diensten
von  Wei  Zugesellter  des  Vorstehers  der  Räume.  Thsu  hatte  in
seiner  Jugend  Begabung  und  befasste  sich  mit  Lernen.  Er  war
hastig  und  stotterte,  seine  Sprache  war  rauh  und  schwerfällig.
In  dem  Zeiträume  Ta-nie  (605—616)  war  er  in  dem  Amte
des  obersten  Buchführers  vorstehender  Leibwächter  zur  Rechten.
An  dem  Hofe  eine  richtige  Haltung  annehmend,  wurde  er
sehr  von  den  Fürsten  und  Reichsdienern  gefürchtet.  Als  der
Kaiser  sich  nach  Iviang-tu  begab,  richteten  sich  die  Amtgenossen
aus  der  östlichen  Hauptstadt  häufig  nicht  nach  den  Vorschriften.
Thsu  liess  immer  Meldung  und  Erheben  fortbestehen,  und  es
gab  nichts,  das  umgangen  oder  dem  ausgewichen  wurde.
Als  König  Thung  von  Yue  sich  den  geehrten  Namen  beilegte, ­
  machte  er  Thsu  zum  inneren  Vermerker  und  Gebietenden,
zu  einem  für  den  Leib  vorkehrenden  Heerführer  zur  Linken,
zum  leitenden  Gehilfen  des  obersten  Buchführers  zur  Rechten,
zum  Grossen  des  glänzenden  Gehaltes  und  setzte  ihn  in  das
Lehen  eines  Fürsten  der  Landschaft  Tschö.
Thsu  war  mit  Yuen-wen-tu  und  Anderen  gleichgesinnt.
Er  bot  seine  Kraft  auf,  um  den  jungen  König  zu  stützen.  Als
Wang-tschung  Aufruhr  erregte,  stürmten  seine  Krieger  das
Thor  Thai-yang.  Ö  If  iE  Hoang-fu-wu-yi,  Heerführer
der  kriegerischen  Leibwache,  durchhieb  den  Thorriegel  und
entfloh  dem  Unglück.  Er  rief  Thsu  und  forderte  ihn  auf,  sich
mit  ihm  zugleich  zu  entfernen.  Thsu  sprach  zu  ihm:  Ich  habe
mit  dem  Fürsten  von  dem  Geschlechte  Yuen  1  eine  Verabredung ­
  getroffen.  Ich  schwor,  wenn  die  Landesgötter  Unglück ­
  haben,  werde  ich  zugleich  mit  ihm  sterben.  Ihn  jetzt
verlassen  und  sich  entfernen,  ist  nicht  gerecht.
Als  die  Krieger  eindrangen,  verbarg  sich  Thsu  in  der
verschlossenen  Abtheilung  des  grossen  Amtes.  Die  Räuber
ergriffen  ihn  und  schickten  ihn  zu  Wang-tschung.  Wang-tschung
schüttelte  die  Aermelöffnung  und  gab  Befebl,  ihn  zu  enthaupten.

1  Der  oben  genannte  *Yuen-wen-tu.
            
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