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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  Classe  der  Wahrhaftigen  in  China.

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hoffte  er,  dass  es  Thse-ming  später  reuen  werde  und  er  behandelte ­
  ihn  mit  grosser  Auszeichnung.
Thse-ming  liess  insgeheim  durch  Menschen  in  Kiang-tu
eine  Denkschrift  darreichen  und  schickte  ein  Schreiben  an  den
in  der  östlichen  Hauptstadt  zurückgebliebenen  Statthalter.  Er
erörterte  in  diesen  Schriftstücken  die  Lage  der  Räuber.  Limi
  wusste  davon.  Er  hielt  ihn  wieder  für  gerecht  und  liess
ihn  frei.
Als  Thse-ming  beim  Austreten  zu  dem  Lagerthore  gelangte,
rief  ij||  g||  Ti-jang,  Vorderster  der  Räuber,  zornig:  Du  bist
ein  Abgesandter  und  wurdest  von  uns  festgenommen.  Der
Fürst  von  Wei  1  behandelte  dich  mit  grösster  Auszeichnung,
du  hattest  dafür  keine  Anerkennung.  Soll  man  dich  denn
fürchten?
Thse-ming  rief,  indem  er  ihn  wegdrängte:  Der  Himmelssohn ­
  beauftragte  mich,  dass  ich  komme,  ich  wollte  euch  eben
bei  Seite  schaffen.  Unvermuthet  wurde  ich  von  den  Raubgenossen
gefangen.  Wie  könnte  ich  von  dir  begehren,  dass  du  mich
am  Leben  lassest?  Wenn  es  nothwendig  ist,  mich  zu  tödten,
so  tödte  mich  nur.  Wozu  ist  es  nothwendig,  mich  zu  schmähen?
—  Dabei  sprach  er  zu  den  Räubern:  Ihr  habet  ursprünglich
kein  böses  Herz.  Ihr  seid  durch  den  Hunger,  indem  ihr  der
Speise  nachjaget,  so  weit  gekommen.  Das  obrigkeitliche  Kriegsheer ­
  ist  im  Anzuge.  Seid  bei  Zeiten  für  euch  bedacht!
Ti-jang  wurde  noch  zorniger.  Er  schlug  ihm  mit  dem
in  Aufregung  ergriffenen  Schwerte  das  Haupt  ab.  Thse-ming
war  um  die  Zeit  acht  und  sechzig  Jahre  alt.
>££  Yang-wang,  verkehrender  Statthalter  der  Landschaft ­
  Liang,  meldete  die  Sache  dem  Kaiser.  Dieser  beseufzte
und  bedauerte  Thse-ming.  Er  verlieh  ihm  nachträglich  die
Stelle  eines  Grossen  des  glänzenden  Gehaltes  von  dem  Silbergrün ­
  und  ernannte  dessen  zwei  Söhne  J |^  Tün  und  'FF  Pin s
gleichmässig  zu  Gehilfen  und  Leibwächtern  der  Bestrebungen
bei  dem  obersten  Buchführer.  Als  J  ^  Wang-tschung 2  den

1  Thung,  König  von  Yue,  ernannte  Li-ini  in  diesem  Jahre  zum  Fürsten
des  Reiches  Wei.
2  Wang-tschung  ist  hier  die  Abkürzung  des  Namens  3E  Üt  %  Wangschi-tschung.

            
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