Die Classe der Wahrhaftigen in China.
1013
hoffte er, dass es Thse-ming später reuen werde und er behandelte
ihn mit grosser Auszeichnung.
Thse-ming liess insgeheim durch Menschen in Kiang-tu
eine Denkschrift darreichen und schickte ein Schreiben an den
in der östlichen Hauptstadt zurückgebliebenen Statthalter. Er
erörterte in diesen Schriftstücken die Lage der Räuber. Limi
wusste davon. Er hielt ihn wieder für gerecht und liess
ihn frei.
Als Thse-ming beim Austreten zu dem Lagerthore gelangte,
rief ij|| g|| Ti-jang, Vorderster der Räuber, zornig: Du bist
ein Abgesandter und wurdest von uns festgenommen. Der
Fürst von Wei 1 behandelte dich mit grösster Auszeichnung,
du hattest dafür keine Anerkennung. Soll man dich denn
fürchten?
Thse-ming rief, indem er ihn wegdrängte: Der Himmelssohn
beauftragte mich, dass ich komme, ich wollte euch eben
bei Seite schaffen. Unvermuthet wurde ich von den Raubgenossen
gefangen. Wie könnte ich von dir begehren, dass du mich
am Leben lassest? Wenn es nothwendig ist, mich zu tödten,
so tödte mich nur. Wozu ist es nothwendig, mich zu schmähen?
— Dabei sprach er zu den Räubern: Ihr habet ursprünglich
kein böses Herz. Ihr seid durch den Hunger, indem ihr der
Speise nachjaget, so weit gekommen. Das obrigkeitliche Kriegsheer
ist im Anzuge. Seid bei Zeiten für euch bedacht!
Ti-jang wurde noch zorniger. Er schlug ihm mit dem
in Aufregung ergriffenen Schwerte das Haupt ab. Thse-ming
war um die Zeit acht und sechzig Jahre alt.
>££ Yang-wang, verkehrender Statthalter der Landschaft
Liang, meldete die Sache dem Kaiser. Dieser beseufzte
und bedauerte Thse-ming. Er verlieh ihm nachträglich die
Stelle eines Grossen des glänzenden Gehaltes von dem Silbergrün
und ernannte dessen zwei Söhne J |^ Tün und 'FF Pin s
gleichmässig zu Gehilfen und Leibwächtern der Bestrebungen
bei dem obersten Buchführer. Als J ^ Wang-tschung 2 den
1 Thung, König von Yue, ernannte Li-ini in diesem Jahre zum Fürsten
des Reiches Wei.
2 Wang-tschung ist hier die Abkürzung des Namens 3E Üt % Wangschi-tschung.