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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Schönbach.

getrennt  wurde.  Sie  gehört  der  Mitte  des  XIII.  Jahrhunderts
an,  ist  von  einer  Hand  deutlich  und  hübsch  geschrieben.
Einige  Bemerkungen  über  die  Lautbezeichnung  werden
genügen.  Der  Circumflex  findet  sich  angewendet,  aber  ganz
unregelmässig  (öfters  wird  e  vor  r,  s  zu  e),  so  dass  er  wohl
nur  hie  und  da  aus  der  Vorlage  übernommen  sein  dürfte;
manchmal  ist  er  auch  falsch  gesetzt,  ce  für  e;  e,  ee,  e  für  ce.
ei  ist  nur  selten  zu  ai  geworden,  ebenso  %  :  ei;  ou  :  au;  ü,  ü  :  ou.
u  für  uo,  besonders  aber  u,  ü  für  ou.  iu  auch  für  ie  und  i
mehrfach,  -cer  wiegt  noch  vor  gegen  -er  —  cere.  Umlaut  der
langen  Vocale  sehr  wenig  beliebt,  i  überaus  häufig  in  den
Endungen.  —  Sehr  wenige  ch  für  7c,  sogar  k  für  ch;  dagegen
cch  für  ck.  li  für  ch.  th  für  ht  9  Mal.  w  für  h,  b  für  w,  v  für  w.
gw  für  gew,  sogar  guonheit  XXXVI.  tt  öfters  nach  Diphthongen
und  langen  Vocalen.  c  für  z;  ss,  zs  für  §;  sc  und  sh  für  sch.
Sehr  starke  und  häufige  Verkürzungen.  Oft  wem  für  werden.
Besonders  erscheint  statt  -det,  -tet  oftmals  t.  Inclinationen:  arm,
inm,  voran,  durchz.  6  Mal  zldosters  als  Gien.,  mehrmals  zklöster
Nom.  Auch  Apokopen  und  Synkopen  sind  häufig,  erstere  besonders ­
  bei  Conjunctiven.
Unsere  Handschrift  neigt  stark  zum  Mitteldeutschen;  die
Vorlage  stammt  gewiss  daher,  ist  in  Baiern  abgeschrieben  und
dabei  wohl  auch  etwas  geändert  worden:  die  bairischen  Zeichen
nehmen  gegen  das  Ende  des  Stückes  zu.  Vor  Allem  stimmt
B  so  genau  mit  der  von  V.  Kaeferbäck  (Programm  des  I.  Staatsgymnasiums ­
  in  Graz,  1868)  behandelten  Admonter  Hs.  A,
dass  nur  die  Annahme,  der  Admonter  Codex  sei  eine  Abschrift
des  unsrigen,  aufgestellt  werden  kann,  nicht  die  einer  gemeinsamen ­
  Vorlage.  Vgl.  die  Fehler  und  Missverständnisse  des
Adm.,  deren  gröbste  in  den  Capiteln  I.  II.  IV.  XX.  LVIII
Vorkommen.  Nach  der  Angabe  von  Schmeller  stammt  B  aus
Aspach  und  ist  von  derselben  Hand  gescln-ieben,  welche  das
viel  überschätzte  Docen’sche  Bruchstück  von  Wernhers  Marienliedern ­
  aufzeichnete.  Aspach  (jetzt  Asbach)  wurde  von  Otto
von  Bamberg  1127  gegründet  (Hund,  Metropolis  Salisburgensis
II,  75);  die  einzige  überlieferte  Urkunde  eines  Bündnisses  mit
Admont  weist  dasselbe  nach  als  geschlossen  allerdings  erst
am  1.  August  1477  (Wichner,  Gesell,  v.  Adm.  IV,  15),  allein
es  mag  wohl  schon  früher  eines  bestanden  haben,  und  der
            
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