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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Die  Burgen  uud  Schlosser  Sildarabiens  nach  dem  Iklll  des  Hamdäni.  II.  989

von  Arabien,  des  Ithamara,  des  Sabäers,  Gold,  Kräuter
des  Ostlandes,  Sclaven,  Pferde  und  Kameele'. 1
Schon  Lenormant  hat  auf  die  Namensähnlichkeit  dieses
Ithamar  SabaY  mit  dem  Jata'amar  der  Inschriften  aufmerksam
gemacht.  Die  Einwendungen  Schrader’s,  dem  sich  Kiepert 2
anschliesst,  ,dass  hier  nicht  an  das  südarabische  zu
denken  sei,  da  Sargon  über  Nordarabien  hinaus  nicht  in  die
Halbinsel  wird  vorgedrungen  sein',  ist  nicht  stichhältig.  Wir
wissen,  dass  Gaza  ein  Stapelplatz  für  den  südarabischen  Handel ­
  war;  von  dort  aus  sind  die  Waaren  sowohl  zu  Meer  als
zu  Land  weiter  befördert  worden.  Ist  es  da  nicht  natürlich,
dass  der  Herrscher  von  Saba’  dem  Eroberer  von  Gaza  Tribut
entrichtete,  damit  seine  Handelsbeziehungen  ungestört  bleiben?
Nachdem  wir  also  annähernd  den  Anfang  und  das  Ende
der  Regierungszeit  der  uns  bekannten  sabäischen  Herrscher
bestimmt  haben,  werden  wir  versuchen  die  einzelnen  Perioden
genauer  zu  betrachten.  Wir  müssen  aber  vorerst  einem  Einwurf
begegnen,  der  geeignet  ist  die  Grundlagen  unserer  Aufstellungen ­
  zu  erschüttern.  Es  sind  nämlich  Zweifel  erhoben  worden, ­
  ob  die  Mukrab  wirklich  Herrscher  von  Saba’  und  nicht
vielmehr  Statthalter  oder  hohe  Würdenträger  der  sabäischen
Könige  waren.  Dagegen  habe  ich  zu  erwidern:
1.  dass  diese  Mukrab  auf  Bauten  Vorkommen,  die  nur
vom  Staate  errichtet  sein  können  (so  z.  B.  auf  den  Dammbauten, ­
  wie  auf  der  Stadtmauer),  neben  ihnen  aber  kein  König
genannt  wird,  und  es  aber  doch  ganz  undenkbar  ist,  dass  solche
Bauten  nicht  den  Namen  der  höchsten  Person  des  Reiches
tragen  sollten;
2.  dass  sie  dieselben  Namen  und  ehrenden  Epitheta  wie
die  sabäischen  Könige  führen,  was  auf  gleiche  Abstammung  und
gleichen  Rang  hinweist;
’  Vgl.  Schräder  KAT  S.  55.  und  ITommel,  Namen  der  Säugethiere  21.  345.
2  Lehrbuch  der  alten  Geographie,  S.  187.  Anm.  3.
3  Die  Wichtigkeit  Gaza’s  für  den  sabäischen  Handel  ersehen  wir  daraus,
dass  daselbst  etwa  44  Varietäten  von  Münzen  geprägt  worden  sind,  die
von  dort  aus  ihren  Weg  in  das  Innere  der  arabischen  Halbinsel  gefunden
haben  (vgl.  J.  P.  Six  Num.  chronicle  1877,  p.  221  ff.).  Pliuius  XII,  14,
63  spricht  von  dem  Weihrauch,  der  in  Sabota  (Hadramaut)  gesammelt
wird,  und  nennt  Gaza  als  das  Ende  der  Weihrauchstrasse.
            
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