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1). H. Müller.
AiOiotcwv xai Saßaereuv y.at tou SiAtrj etc.; in gleicher Weise nennt
sich der äthiopische König in den Geez-Inschriften, die Riippel
zuerst publicirt hat: , König von Axum und Hamer und Raidän
und Saba und Salhen'. 1 Da die Sabäer und ihre Burg Salhin
in dieser Zeit kaum noch cxistirt haben, jedenfalls aber von
geringer Bedeutung waren, so ist kein Zweifel, dass der
äthiopische König den Titel der himjarischen Könige angenommen
hat. Diese letzteren haben also, nachdem das alte Saba’
durch Ereignisse, die wir später noch näher ins Auge fassen
werden, stark heruntergekommen war, den Titel der Könige von
Saba’ geführt, nur in umgekehrter Reihenfolge: ,König von
Raidän und Saba' statt ,König von Saba und Raidän'; denn
das eigentliche bestehende Reich war das himjarische, das alte
Saba’ aber mit seiner Herrlichkeit hatte schon längst dem jüngeren
aufstrebenden Reiche Platz machen müssen 2 . Alle Inschriften
aber, in denen diejenigen sabäischen Herrscher Vorkommen,
welche den Titel ,König von Saba und Raidän' führen,
sind sabäischer Provenienz und stammen aus der Gegend von
Ma’rib, was wohl unwiderleglich beweist, dass zu ihrer Zeit das
Heiligthum in Ma’rib noch bestand und Weihgeschenke dorthin
geführt worden sind. Dass aber diese Könige schon abwechselnd
in Ma’rib und Raidän (Zafär) residirt haben, beweist
der Umstand, dass einer dieser Könige (Kariba’il), der
eine Reparatur an dem Heiligthum von Saba’ vornehmen liess,
Münzen in Raidän geprägt hat. Es finden sich noch einige
Königsnamen auf den in Raidän geprägten Münzen, die in den
Inschriften aber nicht Vorkommen. Man darf mit grosser Wahrscheinlichkeit
annehmen, dass diese Könige ebenfalls den
Titel ,König von Saba und Raidän' oder schon ,von Raidän
und Saba' geführt und ausschliesslich in Raidän residirt haben.
Jedenfalls dürfen wir in Uebereinstimmung mit v. Kremer
und Mordtmann das Ende des ersten Jahrhunderts als den
Zeitpunkt ansehen, in welchem den Sabäern die Hegemonie
verloren ging.
1 Vgl. Dillmann, Ueber die Anfänge des axumitischen Reiches, S. 200 ff.
2 Es ist jedoch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass erst der äthiopische
König die Reihenfolge in dem Titel geändert hat, was für die
Sache selbst von geringem Belang ist.