Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

986

1).  H.  Müller.

AiOiotcwv  xai  Saßaereuv  y.at  tou  SiAtrj  etc.;  in  gleicher  Weise  nennt
sich  der  äthiopische  König  in  den  Geez-Inschriften,  die  Riippel
zuerst  publicirt  hat:  ,  König  von  Axum  und  Hamer  und  Raidän
und  Saba  und  Salhen'.  1  Da  die  Sabäer  und  ihre  Burg  Salhin
in  dieser  Zeit  kaum  noch  cxistirt  haben,  jedenfalls  aber  von
geringer  Bedeutung  waren,  so  ist  kein  Zweifel,  dass  der
äthiopische  König  den  Titel  der  himjarischen  Könige  angenommen ­
  hat.  Diese  letzteren  haben  also,  nachdem  das  alte  Saba’
durch  Ereignisse,  die  wir  später  noch  näher  ins  Auge  fassen
werden,  stark  heruntergekommen  war,  den  Titel  der  Könige  von
Saba’  geführt,  nur  in  umgekehrter  Reihenfolge:  ,König  von
Raidän  und  Saba'  statt  ,König  von  Saba  und  Raidän';  denn
das  eigentliche  bestehende  Reich  war  das  himjarische,  das  alte
Saba’  aber  mit  seiner  Herrlichkeit  hatte  schon  längst  dem  jüngeren ­
  aufstrebenden  Reiche  Platz  machen  müssen 2 .  Alle  Inschriften ­
  aber,  in  denen  diejenigen  sabäischen  Herrscher  Vorkommen, ­
  welche  den  Titel  ,König  von  Saba  und  Raidän'  führen,
sind  sabäischer  Provenienz  und  stammen  aus  der  Gegend  von
Ma’rib,  was  wohl  unwiderleglich  beweist,  dass  zu  ihrer  Zeit  das
Heiligthum  in  Ma’rib  noch  bestand  und  Weihgeschenke  dorthin ­
  geführt  worden  sind.  Dass  aber  diese  Könige  schon  abwechselnd ­
  in  Ma’rib  und  Raidän  (Zafär)  residirt  haben,  beweist ­
  der  Umstand,  dass  einer  dieser  Könige  (Kariba’il),  der
eine  Reparatur  an  dem  Heiligthum  von  Saba’  vornehmen  liess,
Münzen  in  Raidän  geprägt  hat.  Es  finden  sich  noch  einige
Königsnamen  auf  den  in  Raidän  geprägten  Münzen,  die  in  den
Inschriften  aber  nicht  Vorkommen.  Man  darf  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit ­
  annehmen,  dass  diese  Könige  ebenfalls  den
Titel  ,König  von  Saba  und  Raidän'  oder  schon  ,von  Raidän
und  Saba'  geführt  und  ausschliesslich  in  Raidän  residirt  haben.
Jedenfalls  dürfen  wir  in  Uebereinstimmung  mit  v.  Kremer
und  Mordtmann  das  Ende  des  ersten  Jahrhunderts  als  den
Zeitpunkt  ansehen,  in  welchem  den  Sabäern  die  Hegemonie
verloren  ging.

1  Vgl.  Dillmann,  Ueber  die  Anfänge  des  axumitischen  Reiches,  S.  200  ff.
2  Es  ist  jedoch  die  Möglichkeit  nicht  ausgeschlossen,  dass  erst  der  äthiopische ­
  König  die  Reihenfolge  in  dem  Titel  geändert  hat,  was  für  die
Sache  selbst  von  geringem  Belang  ist.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.