Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

970

D.  H.  Müller.

Seiten  eines  jeden  Pfeilers  mag  etwa  vier  Spannen  Breite  haben
und  eben  so  viel  betrug  nach  meiner  Messung  die  Entfernung
von  einem  Pfeiler  zum  andern.  Ich  glaube  noch  andere  Pfeiler  in
derselben  Richtung  dem  nördlichen  Thore  gegenüber  gesehen
zu  haben,  aber  sie  waren  fast  ganz  mit  Sand  bedeckt.  Die
Araber  behaupten,  dass  man  in  der  Nähe  von  diesem  Gebäude
einen  Hügel  von  sehr  gut  erhaltenen  Gebeinen  sieht  und  glauben,
dass  diese  Gebeine  von  den  Opfern  herrühren,  welche  die  Sabäer ­
  jeden  Monat  im  Tempel  mit  grossem  Pomp  darzubringen
pflegten.  Dieser  Sage  gemäss  müsste  man  in  dem  Haram  Bilqis
einen  Tempel  und  nicht  ein  Frauengemach  erkennen;  das
arabische  Wort  ,haram‘  bedeutet  bekanntlich  einen  unverletzlichen
Ort.  Weder  um  den  Tempel  herum  noch  in  den  inwendigen
Ruinen  sieht  man  etwas,  was  eine  Vorstellung  von  dem  geben
könnte,  womit  das  Gebäude  bedeckt  war.  Eine  Viertelstunde
vom  Haram  in  0.  S.  0.  befinden  sich  die  Pfeiler  der  Bilqis.
Diese  Pfeiler,  fünf  an  der  Zahl,  jeder  aus  einem  Stein,  sind
mit  viereckigen  Capitälen  bedeckt  und  befinden  sich  auf  einer
geraden  Linie  in  der  Richtung  von  Osten  nach  Westen.  Ich
kann  nicht  sagen,  ob  Capitäl  und  Pfeiler  aus  einem  Stücke
gearbeitet  sind.  Sie  haben  dieselbe  Grösse  wie  die,  welche
sich  neben  dem  Tempel  befinden,  und  mögen  eine  Höhe  von
28  Spannen  haben.  Die  Entfernung,  die  sie  von  einander
trennt,  ist  ihrer  Breite  gleich.  Zwei  Quadersteine,  von  denen
der  eine  aufrecht,  der  andere  umgestürzt  ist,  bilden  die  Fortsetzung ­
  der  Pfeilerreihe  der  Bilqis.  Sie  sind  mit  Inschriften
bedeckt,  welche  mit  Ausnahme  einer  einzigen,  die  mir  unlesbar ­
  zu  sein  schien,  copirt  worden  sind/
Die  drei  Inschriften,  die  sich  auf  dem  Haram  finden,
lauten  in  Uebersetzung.
Fr.  54:
,Kariba’il  Watär  Juhan'im,  König  von  Saba’  und
Raidän,  Sohn  des  Damar'ali  Bajjin,  und  Halalc’amir,
Sohn  des  Kariba’il,  stellten  dem  ’Almaqah  das  verfallene
Mauerwerk 1  wieder  her  zum  Heile  der  Burg  Salhin
und  der  Stadt  Ma’rib/

’  Die  Worte:  IHr^lMflHIXIXITSNTV  sind  verschieden  erklärt
worden.  Dass  fl®"!  zu  lesen  ist  für  Hn®1  hat  Halevy  mit  Kecht
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.