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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Die  Burgen  und  Schlösser  Sudarabiens  nach  dem  lklil  des  Hamdani.  II.  961

sie,  wenn  sie  sich  zurückziehen  wollten,  nach  al-Mudawwab
in  'Omdän-Ma’rib  zu  begeben.  Hielten  sie  aber  Residenz  in  Zafär
in  der  Burg  Raidän,  so  zogen  sie  sich  (im  Herbst  eines  jeden
Jahres)  nach  ’Adra'a  in  der  Nähe  von  Hakir  zurück.'

Um  die  Angaben  Hamdäni’s  zu  verstehen,  kritisch  würdigen ­
  und  vervollständigen  zu  können,  müssen  wir  einerseits
die  Beschreibung  von  Ma’rib  bei  Arnaud  und  Halevy  und
des  ’Adana  im  Gazirat  al-'Arab,  andererseits  die  Inschriften,
welche  in  und  um  Ma’rib  gesammelt  worden  sind,  vergleichen  und
einer  genauen  Prüfung  unterziehen.  Ich  gebe  zu  dem  Zwecke
einige  Auszüge  aus  dem  Berichte  Arnaud’s,  wie  einen  Wiederabdruck ­
  seiner  Pläne  von  Ma’rib  im  verkleinerten  Massstabe,
weil  man  nur  mit  diesen  Plänen  in  der  Hand  die  Angaben
Hamdäni’s  verstehen  kann.  Auch  werden  die  Inschriften  erst
verständlich,  wenn  man  weiss,  wo  sie  angebracht  waren.  Selbst
Halevy,  der  an  Ort  und  Stelle  war  und  den  lebendigen  Eindruck ­
  auf  sich  hat  wirken  lassen,  hat  bei  der  Erklärung  der
Inschriften  die  Localitäten,  wo  sie  gefunden  worden  sind,
nicht  genügend  berücksichtigt.  Ich  beginne  zuerst  mit  der  Beschreibung ­
  des  Dammes  von  Ma’rib,  um  mich  dann  nach  der
Ringmauer  der  Stadt  und  zu  dem  sogenannten  Haram  Bilqis
zu  wenden.  Zum  Schluss  werde  ich  versuchen,  auf  Grundlage
der  Inschriften  eine  Königsliste  der  sabäischen  Herrscher
aufzustellen.
Der  Damm  von  Ma’rib.
Etwa  drei  Stunden  (nach  Arnaud:  eine  Stunde)  südwestlich ­
  von  Ma’rib,  nähern  sich  die  beiden  sogenannten  Balaqberge,
die  letzten  östlichen  Ausläufer  der  jemenischen  Gebirgskette,
einander  auf  eine  Entfernung  von  etwa  600  Schritt.  Zwischen
diesen  beiden  Bergen  fliesst  der  Danafluss  (’Ädana),  der  in  den
Sommermonaten  oft  wasserlos  ist,  während  der  Regenzeit  aber
strömt  das  Wasser  mit  einer  solchen  Heftigkeit  heran,  dass
der  Strom  an  dieser  Stelle  durch  etwa  zwei  Monate  nicht
passirbar  ist.  Diesen  ’Adanastrom  beschreibt  Hamdani  im
Gazirat-al-'Arab  S.  142  ff.  also:
,Hierauf  folgt  ’Adana  der  östliche  Bewässerungsstrom  Jemens; ­
  es  ist  dies  das  grösste  östliche  Wadi,  wie  Maur  das  grösste
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  XCVII.  Bd.  III.  Hfl  (51
            
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