Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

958

D.  H.  Müller.

links  des  Dammes;  heutzutage  sind  sie  beide  verödet,  weil  der
Damm  von  den  Fluthen  durchbrochen  und  davongeschwemint
worden  ist.  Ich  habe  in  einem  dieser  Gärten  einen  versunkenen ­
  ’Aräkstrauch  gefunden,  an  dessen  Wurzel  ein  schwarzer
Palmenstock  war,  dessen  Ueberreste  die  Winde  mit  Flugsand
bedeckt  hatten.  Jemand,  der  mit  mir  dort  war,  meinte,  es  sei  ein
Ueberrest  der  Palmen  aus  den  beiden  Gärten;  ich  glaube  aber
nicht,  dass  etwas  von  dem  alten  Grundbestand  übrig  geblieben
ist.  Was  aber  die  Wasservertheilungsvorrichtungen  betrifft,
die  das  Wasser  von  den  Behältern  des  Dammes  in  die  Saatfelder
leiteten,  so  stehen  sie  noch  so  da,  als  ob  ihr  Erbauer  erst  gestern
ihren  Bau  vollendet  hätte.  Ich  habe  einen  der  beiden  Kegel,
die  zum  Zwecke  des  Wasserabflusses  eri'ichtet  worden  sind, 1
noch  so  fest  dastehen  sehen,  wie  er  ursprünglich  war;  er  wird
sich  auch  nicht  verändern,  es  sei  denn,  dass  es  Gottes  Wille  ist.
Der  Durchbruch  (der  Fluten)  hat  nur  den  Damm  getroffen,
aber  auch  vom  Damm  ist  ein  Stück  geblieben,  das  sich  an
den  links  liegenden  Garten  anschliesst  und  dessen  Breite  an
der  Basis  fünfzehn  Kubite  beträgt.  Gott,  der  allerhöchste,  sagt: 2 )
,Sie  aber  wichen  ab,  da  schickten  wir  über  sie  den  Dammbruch ­
  und  gaben  ihnen  für  ihre  zwei  Gärten,  zwei  Gärten,
welche  ’Aräkfrüchte  hervorbringen  und  Tamarisken  und  wenige
LotusbäumeJ
In  der  Gegend  von  Ma’rib  sind  jetzt  auch  ’Aräksträuche,
wie  sie  in  keinem  anderen  Lande  Vorkommen,  und  auf  diesen
’Aräksträuchen  halten  sich  zahllose  Ringeltauben  auf.  Die
Fluth  kam  von  vielen  Orten  Jemens.  Wir  haben  diese  Orte

1  Wörtlich:  ,Ich  habe  den  Bau  einer  der  beiden  Muscheln  gesehen,  und
das  ist  diejenige,  der  das  Wasser  ausströmrat  etc. 1  Die  Begründung
meiner  Uebersetzung  weiter  unten.
2  Koran  Sura  34,  15.  Merkwürdigerweise  schliesst  auch  Arnaud  seine  Beschreibung ­
  des  Dammes  von  Marib  also:  Mais  aujourd’hui  tout  cet  espace
est  recouvert  de  sahles  arides,  oh  l’on  aperi;oit  ä  peine  quelques  traces
de  Vegetation,  selon  les  paroles  de  Dieu  (de  l’Alcoran):  ,And  we  gawe
them  in  exchange  for  their  two  gardens,  two  gardens  having  bitter  fruit
and  tamariscs  and  some  few  lote-trees.  (Lane’s  selec.tion  from  the  Quran).
Dass  Tamarisken  jetzt  noch  in  der  Nähe  des  alten  Ma’rib  Vorkommen,  bezeugt ­
  Arnaud  ausdrücklich:  Au  pied  de  deux  monts  (sc.  Balaq)  croit
l’arbre  au  maigre  feuillage  nomme  Athl  par  les  Arabes  et  Tamanx
orientalis  par  Forskal.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.