Apollinaris Sidonius als Politiker.
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unbekannter Segismer, königlichen Stammes, als Bräutigam
am Hofe seines fürstlichen Schwiegervaters 1 erschienen sei:
mit reichgeschmückten Rossen bei Beginn und Schluss des
Zuges. Dann wird der Prinz selbst mit seiner prächtigen
Kleidung, es wird sein fürstliches Gefolge 2 bis ins Einzelnste
geschildert: Menschen, Kleider und Waffen. Sidonius muss
sich sagen, diese militärische Wirklichkeit habe auch bei dem
Hochzeitsfeste überwogen. 3
Man wird wohl sagen dürfen, dass der bischöfliche Beruf •
es Sidonius erleichtert hat, sich in eben die Germanenherrschaft
hineinzufinden, 4 vor der sein tapferer und von ihm so
sehr geschätzter Schwager hatte flüchten müssen, wenn man
es auch begreiflich findet, dass er in einem Zeitalter absterbender
Geisteskraft der Menschheit zu leben meinte. 5 Aber nicht
leicht dürfte doch ein Zeitgenosse von universal historisch so
bedeutenden Begebenheiten zu finden sein, der sich in gleich
unbefangener Weise in sie zu finden gewusst hätte.
Es entspricht denn auch Sidonius’ veränderter Anschauung,
dass sein Sohn an der Spitze der Arverner für Eurich’s, ob
auch arianischen Sohn in der Entscheidungsschlacht gegen
den Frankenkönig Chlodoveck kämpfte und 1161.°
sunt non te videre, ipsam eo tempore desiderii tui impatientiam desideravi.
1 praetorium soceri ist doch wohl eine Residenz eines germanischen Königs.
2 regulorum autem sociorumque comitantum forma et in pace terribilis.
3 Cuncta prorsus huiusmodi, ut in actione thalamorum non appareret minor
Martis pompa quam Veneris.
4 Es darf doch hier angeführt werden, dass nach seiner Ansicht es an
einem Priester rühmlich ist, wenn er simplicitatem columbae in ecclesia
servat, in foro serpentis astutiam. Epist. II, 7 (13) p. 359.
5 per aetatem inundi iam senescentis lassatis veluti seminibus, emedullatae
cet. Epist. VIII, 3 (6) p. 404.
6 Gregor von Tours II, 37.