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Büdioger.
ihm eine schmähliche Handlung- schien: ,nicht Sorge für das
Gemeinwohl, sondern Euer Privatvortheil leitet Euch'. 1 ,Andere
den Gothen überlassene Gegenden gewärtigen Knechtschaft,
das Arvernerland den Tod.' 2
Wie er aber in dem einen Theile Galliens Zeuge der
verrätherischen Hinneigungen zu den Gothen sein musste, so
blieb ihm das für ihn so betrübende Schauspiel nicht erspart,
Römer im südöstlichen Gallien um die Gunst der Burgunden
buhlen sehen zu müssen, also des andern germanischen Volks-Stammes,
der nach Arvandus’ Rath die Herrschaft Galliens
mit den Gothen theilen sollte. In Ausdrücken der tiefsten
Entrüstung und Verachtung schildert er seinem Verwandten
Apollinaris im Herbst 474 3 das schändliche Treiben dieser
verläumderischen Schmeichler und Liebediener der burgundischen
Herren: ,Gallien seufzt, sie neben den verhältnissmässig
milden Barbaren ertragen zu müssen; selbst die gefürchteten
(germanischen Herren) haben Scheu vor ihnen/ J Er schildert
sie als so treulos, wie feige, schwelgerisch und nach der Weise
von Emporkömmlingen überall gegen die Sitten der guten
Gesellschaft verstossend. 5 Anderseits sieht er es doch nicht
1 Parum in commune consulitis; et quum in concilium convenitis, non tarn
curae est, publicis mederi periculis, quam privatis studere fortunis; quod
utique saepe diuque facientes, iam non primi comprovincialium coepistis
esse, sed Ultimi 1. 1. Wenn sich jedoch aus den dunklen Nachrichten
schliessen lässt, welche Ennodius (vita Epiphanii p. 381 Sirmond) über
Nepos’ Abordnung des Bischofs Epiphanius von Pavia an Eurich, um
dessen Hilfe zu erhalten, gibt, so muss die Abtretung mindestens in der
Voraussetzung gothischer Unterstützung des Kaisers geschehen sein.
2 Alia regio tradita servitium sperat, Arverna supplicium. Epist. VII, 13 (7)
p. 386.
3 Binding I, 78 n. 305 und S. 301 flgde.
4 — quos se iamdudum inter clementiores barbaros Gallia gemit; hi sunt
quos timent etiam qui timentur. Epist. V, 11 (7) 325. Zur Chronologie
des Briefes dient auch, dass der Tod des Vaters des jüngern Hilperik
(Binding I, 302), Gundiok's, um Neujahr 473 erfolgt sein muss, da der
Miterbe Gundobad noch am 5. März 473 in Ravenna war: III. Non.
Mart. Glycerius Gundobado hortante Ravennae sumit iinperium. (Prosperi
contin. Ilavn. ed. Hille p. 18).
5 Hi sunt quorum laudari audis in otio occupationes, in pace praedas, inter
arma fugas, inter vina Victorias. — Hi sunt qui novis opibus ebrii, ut et
minima cognoscas, per utendi intemperantiam produnt imperitiam possi-