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Büdinger.
Als Laie wie als Bischof will Sidonius aus den herkömmlichen
Ordnungen römischen Beamtenthums nicht weichen, auf
denen seit Generationen die Existenz seiner Familie ruht. Er
hofft noch im Sommer oder Herbst 474, 1 was uns wohl seltsam
genug scheint, dass seine Familie in den herkömmlichen
Bahnen auch in Zukunft weiter steigen werde. Bald
nach seiner Thronbesteigung hatte nämlich der Kaiser Julius
Nepos durch ein Diplom, das sein Quästor nach Gallien
brachte — unverändert gehen diese Aeusserlichkeiten durch
all’ das Elend des Reiches weiter — Ecdicius zu der allem
Anscheine nach schon damals mehr persönlichen als erblichen
Würde eines Patricius ernannt. Da schreibt er denn, wohl
bemerkt: schon als Bischof von Clermont, seiner Gemahlin, 2
indem er die frohe Nachricht mittheilt, er selbst und Ecdicius
haben ihre bis dahin präfectorischen Familien ,durch göttliche
Gnade' zu patricischen gemacht: ihre Nachkommen haben nun
die Aufgabe sie zu consularischen zu erheben. Immerhin
scheint trotz dieser Weisung des Ehrgeizes an die Nachkommen
eine feste Rangfolge zwischen Consulat und Patriciat 3
nicht bestanden zu haben. In dem Preisgedichte auf seinen
kaiserlichen Schwiegervater rühmt Sidonius, dass derselbe aus
einer wiederholt durch Consulate geehrten und patricischen
Familie stamme, 4 überhaupt aber alter Herkunft sei: dass
römischer, wird nirgends ausdrücklich gesagt.
1 474 Nepus patricius in Portu urbia Romae imperii jura suscepit. XIII, k.
Jul. Prosp. Aquit contin. Havn. 27 (eil. Hille). Seine Landung in Italien
mag wirklich mit Pallmann, Völkerwanderung IT, 2S0, in den April 474
zu setzen sein. Ecdicius’ Standeserliüliung kann aber vor den Einzug
in Rom angesetzt werden.
2 Die entscheidenden Worte aus dem Briefe V, 18 (16) sind schon oben
(S. 925, Anm. 2) angeführt.
3 So ist doch auch nicht Patriciat im alten Sinne zu verstehen, wenn Sidonius
den jungen Syagrius rühmt als patritiae stirpis agricolam (Epist. VIII,
14 (8) p. 427.
* palmata cucurrit
Per proavos gentisque suae, te teste, Philagri,
Patricius resplendet apex. Sed portio quanta est
Haec laudum laudare patres, quos quippe curules
Et praefecturas constat debere nepoti.
Paneg. in Avitum v. 155 sqq., p. 498.