Apollinaris Sidonius als Politiker.
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sicher als frühere Forscher biii ich aber über die Herkunft
seiner Familie, da er sich einmal einem Arverner gegenüber,
schwerlich im Scherze, als Gallier bezeichnet 1 und die Grabstätte
seines, wie es scheint, alten Geschlechtes, 2 speciell die
Schriften über Sidonius gänzlich übersehene Büchlein von A. C. Germain,
essai litteraire et historique snr Apollinaris Sidonius (Montpellier, impr.
de Boehm, 1840) p. 178. Es sind namentlich I, 8 (8) p. 195: nebulas
mihi meorum Lugdunensium exprobras; IV, 4 ("25) p. 272: Patiens (Bischof
von Lyon. Sirmondi notae p. 114) . . eaput est civitati nostrae per sacerdotium;
I, 4 (5) p. 182: egresso mihi Khodanusiae nostrae moenibus.
Carmen 8 (13) p. 540 an Majorianus:
ut reddas patriam simulque vitam
Lugdunum exonerans suis ruinis
Hoc te Sidonius precatur.
Das Arvernerland, in welchem er als Bischof wirkte, betrachtete er nur
als seine ihm von Christo verliehene Heimath:
Tu tarnen, ut venias, dabit omnia Christus
Hic (im Arvernerlande) mihi qui patriam fecit amore tuo.
(Carmen 13 [17] p. 560.)
Da ich aber Anderen Unkenntnis von Germain’s Schrift vorvverfe, so darf
ich nicht unerwähnt lassen, dass ich meinerseits das Buch ,Saint Sidoine
Apollinaire et son siecle par Mr. l’abbe Chaix: Clermont Ferrand et
Paris 1867, 2 vols. in 8°‘ erst nach Vollendung der Arbeit einsehen
konnte — nach Wattenbach, Geschichtsquellen I 3 , 72 ohne Schaden.
1 In dem in der vorigen Anmerkung erwähnten Gedichte:
Non panes Libyca solitos flavescere Syrte
Aecipiet Galli rustica mensa tui.
Sirmondus’ (p. 255) Erklärung, dass hier Sidonius sich Gallier nenne,
weil er aus Lugudunum stamme und den Arverner Ommatius, an den
das Gedicht gerichtet ist, dadurch als Aquitanier bezeichnen wolle, wie
von Sulpicius Severus und Ausonius ja freilich Gallien und Aquitanien
geschieden werden, scheint allgemeinen Beifall gefunden zu haben, ist
aber doch gekünstelt. Anderseits ist die Schlussfolgerung von Kaufmann,
Leben des Sidonius (Neues schweizerisches Museum Bd. V, 1865) S. 3
grundlos, der hier einen Beweis dafür sieht — wofür sich freilich andere,
viel spätere beibringen lassen —, dass ,die Unterschiede einzelner Stämme
Galliens noch lebendig waren 1 .
2 III, 1 (12) p. 239 sq. Auf einem alten Friedhofe sind sie bestattet:
campus autem ipse dudum refertus tum bustualibus favillis (also von
Heiden) quam cadaveribus. In der Grabschrift auf seinen Grossvater
sagt er aber:
Quod frontem cruce, membra fonte purgans
Primus‘de numero patrum suorum