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Hofier.
(las ostslavische Mittelalter endigte und die neuere Zeit blutig
emporstieg.
Die bis zum Extrem getriebene Steigerung des nationalen
Princips bat regelmässig eine Art von Wahnsinn erzeugt, dem die
Völker am meisten ausgesetzt sind, die eben alles Heil von der
Entfaltung der Nationalität erwarten. Das schlimmste Kennzeichen
des Wahnsinns besteht aber darin, dass diejenigen,
welche damit behaftet sind, ihre Excentricität als den Normalzustand
anzusehen sich gewöhnen.
Ging so die glorificirte böhmische (husitische) Bewegung
in eine drückende Adelsherrschaft und in die Unfreiheit des
Bauernstandes über, so war, was in Böhmen an wilden Scenen
vor sich ging, geringfügig zu nennen gegen das, was in Russland
stattfand, seit die moskowitischen Czaren es sich zur
Aufgabe gestellt, jede noch so verbürgte Freiheit zu brechen
und an ihre Stelle, was man das ,moskowitische Recht' nannte,
zu setzen, d. h. Personen und Sachen, Leben und Eigenthum
unbedingt für sich in Anspruch zu nehmen. Dieser Zustand
der Dinge war im Abendlande unerhört; selbst die osmanische
Tyrannei war dagegen noch ein Rechtszustand zu nennen. Gerade
im Anfänge des XVI. Jahrhunderts wüthete Wassilij gegen
seine Brüder, gegen seine Verwandten, gegen die Reste russischer
Fürstenthümer und freier Communen mit ebenso grosser Feigheit
als Grausamkeit. Er stünde als Scheusal in der Geschichte
einzig da, wenn ihn nicht sein bluttriefender Sohn Iwan der
Grausame an roher Henkerslust übertroffen hätte. Während die
Tataren vor Moskau rückten, verkroch er sich in einem Heuschober
und das Schicksal Russlands hing von einem deutschen
Artilleristen ab, der unerschrocken seine Kanonen bediente und
dafür vom Czaren mit 10 fl. belohnt wurde. Aber er behauptete
zwischen dem Chanate der Krim und dem von Kasan das
moskowitische Czarenthum, das das Grossfürstenthum Wladimir,
Nowgorod und Moskau umfasste, nannte sich Beherrscher von
ganz Russland, eroberte Smolensk, den Schlüssel zu Litthauen,
und bezeichnete Sultan Soleiman, als dieser zur Bezwingung des
Abendlandes auszog, als seinen guten Bruder. Seit ihm gab es
keine fürstliche Untugend im Abendlande, die nicht in ihm sich
vorgefunden hätte; es war, als hätte Heinrich VIII. sich ihn
zum Muster ausgewählt. Der Knechtsinn nahm bis zur völligen