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Höf ler.
rettete Böhmen vor dem Schicksale Polens, das zuletzt durch
seine inneren Zwistigkeiten seine Nachbarn einlud, dem Reich
den Untergang zu bereiten. In welcher Blüthe und Macht
standen damals die romanischen Staaten da, Frankreich, Aragonien,
Castilien, Portugal-Algarve! Sie hatten ihren Dualismus
überwunden und in kirchlicher wie in politischer Beziehung
Einigung gefunden und trafen nun Anstalten, in Afrika, in Asien,
in Amerika sich festzusetzen, eine Weltmonarchie zu begründen,
wie sie die Geschichte noch nicht gekannt. Anders die Slaven,
welche alle Momente der Einigung in das Entgegengesetzte
verkehrt hatten und nun selbst zur Bresche geworden waren,
durch welche die Barbarei ihren Einzug in Europa hielt, wenn
nicht alle Völker noch zu ihrer Abwehr sich verbanden.
Auch dieser Zeitraum, der letzte des Mittelalters, bietet
grosse Belehrung dar. Das XIV. Jahrhundert hatte durch die
Eigenthümlichkeit der so versatilen luxemburgischen Dynastie
den Czechen die reichste Möglichkeit gewährt, nicht blos, wie
bisher, von Deutschland, sondern auch von Italien und Frankreich,
von Ost und West Impulse des geistigen Lebens zu erlangen.
Das deutsche Reich war für Kaiser Karl nicht viel
mehr gewesen als eine Mine, die er im Interesse Böhmens ausbeutete.
Böhmen selbst war durch ihn das Kaiserland geworden,
Paris und Bologna sollten sich in Prag wiederfinden,
ein dauernder Rechtszustand aufgerichtet, Niederdeutschland
mit Böhmen in Verbindung gesetzt, Handelsverbindungen nach
dem Norden und dem Süden abgeschlossen, Böhmen ein allgemeiner
Mittelpunkt des europäischen Vülkerverkehrs werden.
Das Alles konnte aber nur geschehen, wenn das czechische
Volk auf die Ideen seines Kaisers einging, bis zu einem gewissen
Grade sich entnationalisirte, die allgemein leitenden Ideen
auf Kosten des Czechismus Wurzeln schlugen und der beschränkte
Nationalitätsstandpunkt aufgegeben wurde. Das war
zu viel verlangt. Selbst in der eigenen Familie konnte Karl
nicht durchdringen, sein Sohn und Nachfolger war im Vergleich
zu seinem Stiefbruder Sigmund viel zu viel Slave, als dass die
allgemeinen Ideen seines Vaters bei ihm durchdringen konnten.
Der böhmische Adel hatte die weiseste Massregel Kaiser Karls,
die Begründung einer Verfassung von sich gewiesen
und von den kirchlichen Anstalten Kaiser Karls war nicht viel