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Höfler.
— Bulgarien sollte osmanisch bleiben, die Walachei zu Ungarn
gehören — so rückte schon Mohammed 1457 vor Belgrad dem
letzten Stützpunkte serbischer Macht; es wurde durch einen
abendländischen Kreuzzug für Ungarn gerettet und fiel erst
1521 in Sultan Solimans Hände. Schon 1463 erfolgte der
Untergang des Königreichs Bosnien, dessen letzter König Stefan
Tomasevic von den Osmanen enthauptet wurde. Nun aber geschah
das Unglaubliche. Mit jener Falschheit, die den Bogumilen
eigen war, welche, wo es ihnen frommte, christliche Gebräuche
mitmachten, nahmen die bogumilischen Bosnier jetzt
den Islam an und erhielten sich dadurch als herrschender Stamm
im Besitze ihrer Güter, ihrer Rechte, ihrer Herrschaft über den
christlichen Tlieil, der diesen Abfall verschmähte. Es war dieses
in derselben Zeit, als König Georg von Böhmen sich bewogen
fühlte, die Maske abzunelimen, sich als Utraquist zu erklären,
sein eigenes Werk, die Pacification Böhmens zu zerstören, den
Bürgerkrieg zwischen denen sub una und sub utraque zu veranlassen
und dadurch die Fundamente eines Gebäudes zu erschüttern,
an welchem er mit ebenso vieler Energie als Schlauheit
rastlos gearbeitet hatte. Er konnte durch seine vorzüglichen
Eigenschaften Böhmen den so wünschenswerthen Ruhepunkt verschaffen,
selbst der Wiederhersteller, der Wohlthäter Böhmens
werden; er schien sich nur bücken zu dürfen, um das deutsche,
das romäische Kaiserthum zu erwerben. Als er wider seinen
Krönungseid sich als Utraquist geberdete, bildete die zweite
Hälfte seiner Regierung den Gegensatz zu dem glänzenden,
vielversprechenden Anfänge und gehörte auch sie nur zu den
ephemeren politischen Meteoren, an welchen die slavische Geschichte
so reich ist.
So bot denn in dem lebensvollen XV. Jahrhunderte der
grössere Theil der slavischen Welt einen unendlich traurigen
Anblick dar. Serben und Bulgaren hatten ihre Lebensaufgabe
in einem Antagonismus erblickt, zu welchem der prunkende
Titel ihrer Titularkaiser: Kaiser der Romäer und der Bulgaren
oder Serben sehr wenig passte. Jahrhunderte lang hatten sie
rastlos daran gearbeitet, sich vom Abendlande abzuschliessen
und die Cultur des christlichen Morgenlandes zu zerstören,
wohl aber angenommen, was dem romäischen Reiche und zuletzt
ihnen selbst das Verderblichste war, das kirchliche Schisma