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Abhandlungen aus dem Gebiete der slavischen Geschichte. IV.
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gesellten sich jene nicht zu berechnenden Veränderungen dazu,
welche selbst bei geordneten Verhältnissen einen Staat auf das
Tiefste zu erschüttern vermochten, die stete Trunkenheit König
Wenzels, mit seinem Wechsel von jähzornigem Aufflammen und
erbärmlicher Schwäche gegen seine Umgebung, das Aussterben
der Luxemburger (1437), die kurze Regierung Albrechts II. von
Habsburg, der wie Sigmund die Kronen von Ungarn und Böhmen
mit denen des deutschen Reiches verband, dann eine Minderjährigkeit
und eine vormundschaftliche Regierung, wieder ein
rascher Thronwechsel (1457) und nun die ausgesuchte Tücke
Georgs von Podiebrad, der auf den Trümmern der habsburgischen
Macht die seine, und wenn diese nicht durchzuführen
war, wenigstens eine slavische zu begründen suchte. Jetzt
triumphirte der Adel, als in Böhmen wie in Ungarn einer der
Seinen mit Ausschluss der erbberechtigten fürstlichen
Familien König wurde. Das Emporkommen eines deutschen
Königshauses zu hindern und dem Slavismus den Sieg zu verschaffen,
leitete König Georg zuletzt selbst die Succession der
polnisch-litthauischen Jagellonen ein, ohne jedoch zunächst
Anderes zu bewirken, als dass König Mathias von Ungarn,
den König Georg gehoben, um die Habsburger auch vom ungarischen
Throne auszusclfliessen, unter dem neuen slavischen
Könige von Böhmen einen grossen Theil des Landes an sich
riss und das Königreich Böhmen somit getheilt wurde, es
einen ungarischen und einen polnischen König von Böhmen
gab, das Reich zerrissen wurde, wie die Kirche in Böhmen
in zwei grosse Lager sub una und sub utraque gespalten war.
Erst der zufällige Umstand, dass Mathias in Wien, das er erobert
hatte, starb (1490) und nun die Ungarn, um gleichfalls
die Deutschen auszusclfliessen, den jagellonischen König von
Böhmen zum Beherrscher von Ungarn erhoben, liess die volle
Wirksamkeit dieser Massregel recht zur Klarheit kommen.
Allein keine Dynastie war geeigneter, auch in Ungarn der
Anarchie mehr Vorschub zu leisten und eine Katastrophe zu
zeitigen, als die jagellonische. Der Moment, in welchem die
Kronen von Polen, Böhmen, Ungarn von einem und demselben
slavischen Geschlechte getragen wurden, war der für
die Ausbreitung der osmanischen Herrschaft günstigste.
Die innere Lage wär durch die Betonung der Adelsmacht die