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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

886

Höfler.

§■  6.

Die  Restaurationsperiode.  Fünfter  Zeitraum  (1396—1526).

Der  neue  Zeitraum  begann  mit  einer  denkwürdigen  Parallele. ­
  Secks  Jakre  nack  dem  Siege  Bajesids  bei  Nicopolis
erfolgte  die  entsetzliche  Niederlage  der  Osmanen  bei  Ankyra
(20.  Juli  1402),  die  Stefan  Lazarewic  und  die  Serben  im  Dienste
des  Sultans  vergeblich  aufzuhalten  sich  bemühten.  Der  Kern
des  osmanischen  Heeres  war  gefallen,  Bajesid  gefangen,  starb
am  8.  März  1403,  das  osmanische  Reich  war  in  seinen  Grundfesten ­
  erschüttert,  der  asiatische  Theil  in  den  Händen  des
mongolischen  Siegers,  der  Schatz  der  Osmanen  erbeutet,  das
Land  verwüstet,  überall  Anarchie  und  Bürgerkrieg.  Die  Katastrophe ­
  der  Serben  und  Bulgaren  war  ein  Geringes  im  Vergleiche ­
  zu  dem  Unheil,  das  über  die  Osmanen  gekommen
war.  Und  dennoch  reichten  wenige  Jahre  hin,  die  osmanische
Herrschaft  wieder  aufzurichten  und  zur  Vollendung  dessen  zu
bringen,  was  Bajesids  Vorgänger  begonnen  und  er  selbst  seinem
Ziele  nahe  gebracht  hatte,  während  Serben  und  Bulgaren  die
Folgen  ihrer  Schlachten  und  Niederlagen  nicht  mehr  überwanden.
Als  dann  der  Serbenfürst  Stefan  im  Bruderkriege  Musa’s  und
Suleiman’s  zu  diesem  überging,  zuletzt  aber  Musa  doch  über
Suleiman  triumphirte,  brach  schon  acht  Jahre  nach  der  Niederlage ­
  der  Osmanen  bei  Ankyra  ein  neues  Verderben  über  Serbien
ein  und  war  die  Herrschaft  der  Osmanen  in  Europa  wieder
hergestellt.  Georg  Brankowic  machte  sich  nicht  nur  1427  zum
Vasallen  Murads  II.,  sondern  versprach  auch  die  Osmanen  mit
allen  Kräften  gegen  die  Ungarn  zu  unterstützen.  Serbien  ward
eine  reiche  Hilfsquelle  für  die  Osmanen.  Moslim  und  Schismatiker ­
  verstanden  sich  trefflich  gegen  den  katholischen  König
von  Ungarn,  den  römischen  König  Sigmund,  den  an  einem  kraftvollen ­
  Auftreten  gegen  den  allgemeinen  Feind  da  die  husitisehen
  Czechen,  dort  die  osmanisch  gesinnten  Serben  und  Bosnier
aufhielten.  Jahrhunderte  hindurch  hatten  die  Südslaven  Zeit,
an  einer  Vereinigung  der  Staaten  der  Balkanhalbinsel  zu  arbeiten, ­
  Bulgaren  und  Serben  sich  zu  Kaisern  der  Romäer  und
Slaven  ausgerufen  und  doch  nichts  Anderes  hervorgerufen  als
Spaltung.  Gerade  jetzt,  als  die  Osmanen  sich  aufmachten,
            
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