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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  slavisclien  Geschichte.  IV.

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und  hinfällig  machte,  die  Katholiken  verfolgte  und  dann  wieder
Capitan  der  römischen  Kirche  werden  wollte,  starb  in  der
Bliithe  der  Jahre,  20.  Deeember  1355;  sein  Sohn,  der  sich
auch  Kaiser  nannte,  wurde  schändlich  ermordet.  Duschans
Bruder  Simeon,  der  sich  gleichfalls  Kaiser  nannte,  starb  1371,
und  sein  Sohn  Johannes  DukasPaläologos  starb  als  Mönch  Josafat
1410.  Mehr  oder  minder  war  jeder  dieser  Krals  oder  Autokratoren
  im  Auge  des  serbischen  Volkes  ein  heiliger,  hochverehrter, ­
  Gott  wohlgefälliger  Mann  und  wurde  er  als  solcher  der
Geschichte  überliefert.  Es  war  Religion,  daran  zu  glauben,
während  diese  Aufeinanderfolge  nur  erwähnt  zu  werden  braucht,
um  klar  zu  machen,  dass  ein  solches  Reich  keine  Bürgschaft
der  Dauer  besass,  und  als  es  verging,  ausserhalb  der  serbischen
Nation  wenig  Sehnsucht  darnach  zurückliess,  wenn  auch  nicht
geleugnet  werden  soll,  dass  diese  ephemeren  slavisclien  Kaiserthürner
  den  Höhepunkt  der  slavischen  Geschichte  zeigen.  Nur
ist  auf  diesem  eine  eigenthümliche  successio  temporum  bemerkbar. ­
  Als  die  Serben  sich  erheben,  wollen  sie  sich  au  das
deutsche  Reich  anschliessen,  wie  sie  fortwährend  den  Anschluss
an  die  römische  Kirche  im  Auge  haben  und,  der  angebornen
Treulosigkeit  nicht  widerstehend,  regelmässig  sich  wieder  davon
abkehren.  Nach  dem  Vorgänge  Stefan  Nemanja’s  bleibt  dieses
das  Erbübel  des  neuen  Königshauses.  Die  Bulgaren  erlangen ­
  ihr  eigenthümliches  Kaiserthum,  können  sich  aber  jetzt
wieder  so  wenig  in  den  Besitz  von  Constantinopel  setzen,  als
die  Serben  sich  im  XIV.  Jahrhundert  in  den  Besitz  des  gewaltsam ­
  angestrebten  Salonichi  setzen  können.  Das  Bulgarenreich ­
  ist  im  Jahre  1241  schon  zu  jener  Höhe  gelangt,  von  der
es  sich  zu  senken  beginnt.  Es  ist  im  Anfänge  getheilt  und
die  Theiluug  nimmt  im  XIV.  Jahrhundert  noch  zu,  so  dass
das  bulgarische  Kaiserthum  dem  Fluche  der  Lächerlichkeit
nicht  entgeht  und  der  Vorwurf  bleibt,  dass,  was  die  Slaven
an  politischer  Staatenbildung  in  ihre  Hand  nehmen,  durch  ihre
stete  Uebertreibung  nur  zu  oft  den  Charakter  des  Carikirten
annimmt.  Ehe  das  serbische  Königthum  zur  eigentlichen  Macht
emporsteigt,  hat  sich  das  premyslidische  dazu  erschwungen,
geht  aber  tlieils  durch  die  Opposition  des  Adels  gegen  den
König,  tlieils  durch  die  das  czechische  Wesen  charakterisirende
  Anschauung',  dass  man  im  Besitze  der  Macht  nicht
            
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