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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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H  5  fl  er.

sames  Oberhaupt  leitete  diese  vom  Westen  nacli  dem  Osten
sieb  bewegende  Colonisation.  Es  war  sicher,  wer  eine  Besserung ­
  seiner  Felder,  eine  Vermehrung  seiner  Einkünfte  wünschte,
das  Aufblühen  der  Gewerbe,  von  Handel  und  Wandel,  der  berief
deutsche  Colonisten  und  gewährte  ihnen  das  deutsche  Recht;
denn  ohne  diese  Gewährleistung  kamen  sie  nicht.  Was  die
Slaven  nicht  hatten,  den  freien  Bürger-  und  Bauernstand,
brachten  ihnen  die  Deutschen,  und  es  ist  eine  höchst  bemerkenswertlie
  Tbatsache,  dass  die  entschiedensten  slavischen
Herrscher  die  Deutschen  in  ihr  Land  beriefen.  Selbst  als
schwer  bepanzerte  Reiter  kamen  sie  und  ihr  deutscher  Anführer ­
  sass  im  Rathe  Stefan  Duschans,  der  sich  Kaiser  der
Romäer  und  der  Serben  nannte,  und  als  dieser  von  ihm  verlangte, ­
  er  solle  den  Kaiser  Johannes  Kantakuzenos  verlassen,
erklärte  der  Anführer  der  deutschen  Reiter,  er  werde  es  nimmermehr ­
  thun,  da  im  deutschen  Reiche  den  Kaiser  preiszugeben
für  ehrlos  gelte.
Trotz  der  glänzenden  Aussenseite  befindet  sich  in  den
slavischen  Kaiserthümern  ein  Wurm,  der  an  ihrem  Marke  nagt.
Der  Gründer  des  serbischen  Königthums  der  Nemanjaden  vertreibt ­
  seine  älteren  Brüder.  Von  seinen  Söhnen  streitet  Vulkan,
der  jüngere,  gegen  den  älteren  Stephan,  und  während  Beide
sich  an  Rom  anschliessen,  pflegt  und  begünstigt  der  jüngste,
der  heilige  Saba,  das  griechisch  -  serbische  Schisma.  Von
den  Enkeln  Stefan  Nemanja’s  stürzt  der  dritte,  Stefan  Wladislav,
  den  ältesten,  Stefan  Radoslav,  1234,  und  der  vierte,
Stefan  Urosch  I.,  den  dritten,  1241.  Stefan  Urosch  I.  wird
von  seinem  Sohne  Stefan  Dragutin  1277  wo  nicht  ermordet,
doch  beseitigt,  Dragutin  von  seinem  Bruder  Stefan  Urosch
Milutin  1282  aus  dem  Besitze  von  ganz  Serbien  getrieben.
Auch  seinen  Neffen  Wladislaus  entthront  Milutin  und  stirbt
dann,  nachdem  er  seinen  ausserehelichen  Sohn  Stefan  Urosch
Decansky  erst  hatte  blenden  lassen,  dann  als  Mitregenten
aufgenommen  hatte,  reich  an  Unthaten  aller  Art,  eine  der  verruchtesten ­
  Persönlichkeiten,  1320.  Sein  Nachfolger  Decansky
Hess  seinen  gleichfalls  unehelichen  Bruder  Constantin  zersägen,
wurde  aber  selbst  1331  mit  Wissen  seines  Sohnes  Stefan  Duschan
abgesetzt,  eingekerkert,  ermordet.  Stefan  Duschan,  der  durchaus
das  romäische  Reich  Umstürzen  wollte,  aber  nur  es  morsch
            
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