868
H 5 fl er.
sames Oberhaupt leitete diese vom Westen nacli dem Osten
sieb bewegende Colonisation. Es war sicher, wer eine Besserung
seiner Felder, eine Vermehrung seiner Einkünfte wünschte,
das Aufblühen der Gewerbe, von Handel und Wandel, der berief
deutsche Colonisten und gewährte ihnen das deutsche Recht;
denn ohne diese Gewährleistung kamen sie nicht. Was die
Slaven nicht hatten, den freien Bürger- und Bauernstand,
brachten ihnen die Deutschen, und es ist eine höchst bemerkenswertlie
Tbatsache, dass die entschiedensten slavischen
Herrscher die Deutschen in ihr Land beriefen. Selbst als
schwer bepanzerte Reiter kamen sie und ihr deutscher Anführer
sass im Rathe Stefan Duschans, der sich Kaiser der
Romäer und der Serben nannte, und als dieser von ihm verlangte,
er solle den Kaiser Johannes Kantakuzenos verlassen,
erklärte der Anführer der deutschen Reiter, er werde es nimmermehr
thun, da im deutschen Reiche den Kaiser preiszugeben
für ehrlos gelte.
Trotz der glänzenden Aussenseite befindet sich in den
slavischen Kaiserthümern ein Wurm, der an ihrem Marke nagt.
Der Gründer des serbischen Königthums der Nemanjaden vertreibt
seine älteren Brüder. Von seinen Söhnen streitet Vulkan,
der jüngere, gegen den älteren Stephan, und während Beide
sich an Rom anschliessen, pflegt und begünstigt der jüngste,
der heilige Saba, das griechisch - serbische Schisma. Von
den Enkeln Stefan Nemanja’s stürzt der dritte, Stefan Wladislav,
den ältesten, Stefan Radoslav, 1234, und der vierte,
Stefan Urosch I., den dritten, 1241. Stefan Urosch I. wird
von seinem Sohne Stefan Dragutin 1277 wo nicht ermordet,
doch beseitigt, Dragutin von seinem Bruder Stefan Urosch
Milutin 1282 aus dem Besitze von ganz Serbien getrieben.
Auch seinen Neffen Wladislaus entthront Milutin und stirbt
dann, nachdem er seinen ausserehelichen Sohn Stefan Urosch
Decansky erst hatte blenden lassen, dann als Mitregenten
aufgenommen hatte, reich an Unthaten aller Art, eine der verruchtesten
Persönlichkeiten, 1320. Sein Nachfolger Decansky
Hess seinen gleichfalls unehelichen Bruder Constantin zersägen,
wurde aber selbst 1331 mit Wissen seines Sohnes Stefan Duschan
abgesetzt, eingekerkert, ermordet. Stefan Duschan, der durchaus
das romäische Reich Umstürzen wollte, aber nur es morsch