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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Abhandlungen  ans  dem  Gebiete  der  slavischen  Geschichte.  IV.

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an  das,  was  die  Völker  zu  einander  führte,  sondern  aus  dem
reichsten  Inhalte  eines  allen  gemeinsamen  Lebens  wird  soviel
Brüder,  von  denen  Vulkan  sich  Stefan  unterwirft.  Strezo,  ein  Bulgare,
Verwandter  des  Kalojohannes,  Königs  von  Zagorien  und  Bulgarien  —
ihn  Kaiser  zu  nennen,  vermeidet  Dometian  —  stirbt,  als  er  Sabas  Ermahnungen ­
  kein  Gehör  gibt.  Saba  geht  in  die  Einsiedelei  von  Czarey,
bewirkt  aber  von  da  aus,  dass  das  Oel  im  Sarge  Simeons,  das  zu  fliessen
aufgehört  hat,  wieder  fliesst  und  geht  endlich  zu  dem  Kaiser  Theodor
Laskaris,  dessen  Tochter  Sabas  Neffe,  Radoslav,  der  Sohn  Stefans  II.,
geheiratet  hatte,  nach  Constantinopel  —  das  sich  damals  in  den  Händen
der  Lateiner  befand,  während  Theodor  griechischer  Kaiser  von  Nicäa
war!  Theodors  Tochter  Irene  aber  war  die  erste  Gemahlin  des  nachher
so  berühmten  Johann  Vatatzes,  der  1222  seinem  Schwiegervater  als  Kaiser
von  Nicäa  nachfolgte.  Dort  (in  Constantinopel!)  wurde  erst  durchgesetzt,
dass  der  Patriarch  einen  Serben  —  statt  eines  Griechen  —  zum  Erzbischof ­
  von  Serbien  weihte;  dann,  dass  Saba  Erzbischof  wurde;  endlich,
dass  der  Patriarch  Hermann  von  Constantinopel  zugestehen  musste,  der
Erzbischof  von  Serbien  sollte  künftig  seine  Consecration  nicht  mehr  von
dem  Patriarchen  von  Constantinopel,  sondern  von  den  serbischen  Bischöfen
empfangen,  wodurch  die  serbische  Nationalkirche  von  der  griechischen  unabhängig ­
  wurde.  Im  Verzeichnisse  der  Patriarchen  von  Constantinopel
findet  sich  nun  kein  Hermann,  überhaupt  gab  es  damals  nur  lateinische
Patriarchen  von  Tsarogard  (Constantinopel).  Man  hat  also  Germanos,
Patriarchen  von  Nicäa  (1221—1240),  zu  verstehen;  der  Bericht  aber  gewinnt ­
  dadurch  nicht  an  Glaubwürdigkeit,  wenn  nicht  vielleicht  wieder  die
russische  Hand  im  Spiele  war,  als  sie  Dometian  ,reinigte 1 .  Die  serbische
Kirche  war  somit  durch  Saba  auro/.ftpaXo;  geworden,  sie  hatte  sich  von
dem  grieehisch-scliismatischen  Patriarchen  emaneipirt,  sie  war  dem  Beispiele ­
  der  Bulgaren  gefolgt.  Es  handelte  sich  nur  noch  darum,  wie  sie
sich  zu  der  römischen  Kirche  verhalten  werde.  Dometian  in  seiner  russischen ­
  Purification  umgeht  diese  Frage,  spricht  aber  wohl  von  Häretikern,
womit  er  zweifelsohne  die  Lateiner  meint.  10.  Man  sollte  nun  erwarten,
Saba  werde  von  Nicäa  auch  eine  Krone  für  seinen  Bruder  Stefan  mitbringen. ­
  Allein  dieser  hat  sich  ja  an  den  römischen  Stuhl  gewandt,
von  demselben  eine  Krone  erhalten  und  war  bereits  zum  Könige  gekrönt
worden,  w r as  freilich  Dometian  sorgfältig  verschweigt.  Saba  geht  nun
nach  Khilandar  zurück  und  in  Begleitung  von  serbischen  Geistlichen,  die
er  für  die  Bischofswürde  bestimmt,  nach  Serbien;  Stefan  wird  bei  seinem
blossen  Anblicke  von  einer  grausamen  Krankheit  befreit,  Saba  geht
in  seinen  Metropolitensitz  Gidseha,  wo  nun  die  beiden  Brüder  neben
einander  sitzend  in  feierlicher  Versammlung  Serbien  organisiren.  Es  war
der  höchste  Triumph  des  Hauses  Nemanja,  das  Serbien  ein  weltliches
und  ein  geistliches  Haupt  gab,  zwei  Brüder,  deren  Vater  zum  Nationalheiligen ­
  erhoben  worden  war.  Saba,  Oberhaupt  der  serbischen  Kirche
durch  Gott,  ermahnte  die  Serben,  nach  Gott  seinem  Bruder  zu  gehorchen!
            
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