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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Hö  fler.

lingen  musste,  immer  als  grossartig  zu  bezeichnen  ist.  Ala
aber  der  Hegumen  Saba  sich  aus  der  Einsamkeit  der  Athosklöster,
  aus  den  stillen  Bergen  mit  ihren  Lauren  erhob,  wandte
er  sich  nicht  wie  Cyrill  und  Methud  nach  Rom,  wo  beide
Brüder  zu  Bischöfen  erhoben  wurden,  sondern  während  sich
seine  Brüder  um  eine  Königskrone  für  Serbien  in  Rom  bewarben, ­
  wurde  er  durch  den  schismatischen  Patriarchen  von
Nicäa  Erzbischof  von  Serbien!  Nichtsdestoweniger  setzte  er
dann  bei  dem  romäischen  Kaiser  und  dessen  Patriarchen  durch,
dass  die  künftigen  serbischen  Erzbischöfe  unabhängig  vom
Patriarchen  von  Constantinopel  (Nicäa)  durch  das  serbische
Episcopat  gewählt  wurden  und  wandte  er  sich  hierauf  seinem
Heimatslande  zu,  um  die  Dynastie,  zu  welcher  er  gehörte,
mit  geistlichem  Ansehen  zu  befestigen,  wobei  er  es  für  keinen
Eintrag  in  fremde  Rechte  erachtete,  seinen  Bruder  Stefan  mit
der  von  Rom  empfangenen  Krone  (nochmals)  zu  krönen  und
so  nach  diesem  auch  seine  Neffen  Rodoslav  und  Wladislaus.
Seine  geistige  und  geistliche  Thätigkeit  gehört  somit  nicht  nur
Serbien  ganz  besonders  an,  sondern  vor  Allem  seinem  Hause,
dessen  ziemlich  starke  moralische  Defecte  er  durch  sein  kirchliches ­
  Ansehen  bedeckte  und  das  er,  wenn  wir  seinem  Biographen ­
  glauben  dürfen,  in  dem  Momente  in  eine  Rom  feindliche ­
  Stellung  versetzte,  als  er  die  neuen  Könige  mit  der
römischen  Krone  krönte.  Der  innere  Zwiespalt,  der  durch
die  serbische  Geschichte  hindurch  geht  und  diese  vielfach  in
ein  Gewebe  von  Lüge  und  Treulosigkeit  verflicht,  steht  dadurch ­
  mit  der  Wirksamkeit  des  heiligen  Saba  in  unmittelbarem
Contacte.  Wir  wissen  positiv,  dass  der  Gründer  des  Königshauses ­
  Nemanja,  der  nachherige  Mönch  Simeon,  Sabas  Vater,
Katholik  war;  sein  eigener  Sohn  und  Nachfolger  ist  es,  der
dieses  aussprach.  Der  Biograph  Saba’s  lässt  seinen  Helden
und  Heiligen  als  den  Bekämpfer  der  Häresie  erscheinen,  unter
welcher  die  x-ömische  Kirche  zu  verstehen  ist,  an  welche  nichtsdestoweniger ­
  die  Könige  fort  und  fort  sich  wenden,  um  sie
dann  wieder  treulos  aufzugeben.  So  weiss  denn  wohl  Saba
seinen  Geist  der  serbischen  Geschichte  einzuhauchen;  aber
seine  Wirksamkeit  steht  der  Methuds  ebensoweit  nach,  als  der
blos  serbische  Gedanke  hinter  dem  allgemeinen  slavischen
Methuds  zurücksteht.  Methud,  vom  Hauche  der  Griechen  und
            
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