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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

lieber  die  Ramierische  Bearbeitung  der  Gedichte  E.  C.  v.  Kleists.

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e)  Aus  den  Literaturbriefen  (L)  die  Hymne  ,Gross  ist
der  Herr“'  Nr.  81  und  das  ,Geburtslied“  Nr.  79.  Von  der
ersteren  sind  zwei  Manuscripte  vorhanden.  M,,  am  29.  Mai  1758
an  Gleim  gesandt,  stimmt  fast  genau  mit  dem  Abdruck  in  L,
welchem  eine  Anfang  Juni  an  Lessing  geschickte  Abschrift
zu  Grunde  liegt.  An  einer  Stelle  Vers  11  stimmt  R  mit  Mj  L,
dagegen  in  allen  andern  Fällen  mit  der  zweiten  Abschrift  M 2 ,
welche  Kleist  am  6.  October  1758  an  Bodmer  sandte.  Man
muss  annehmen,  dass  Kleist  auch  an  Ramler  eine  Abschrift
geschickt  habe  und  dass  die  beiden  Lesarten  in  Vers  3  und
Vers  50,  die  weder  mit  M[  L  noch  mit  M 2  stimmen,  wahrscheinlich ­
  aus  dieser  Abschrift  stammen.  Beim  Geburtslied
fehlt  das  Manuscript  und  es  lässt  sich  schwer  entscheiden,
ob  die  ziemlich  unerheblichen  Aenderungen  von  Kleist  oder
Ramler  herrühren.
f)  Zuerst  in  R  gedruckt  sind  folgende  acht  Gedichte:
Die  Hymne:  ,Nicht  niedre  Lust“  Nr.  85,  ,Gedanken  eines  betrunkenen ­
  Sternsehers“  Nr.  84,  ,Chloris“  Nr.  80,  ,Lykon  und
seine  Schwester  Agathe“  Nr.  86,  ,Auf  die  Arria“  Nr.  87,  ,Ueber
einen  neuerbauten  prächtigen  Tempel“  Nr.  88,  ,Auf  den  Altindes“
Nr.  83,  ,An  den  König“  Nr.  9.  Davon  sind  83  und  85  genau
nach  dem  mir  vorliegenden  Manuscripte  abgedruckt;  in  dem
Epigramm  84  sind  gegen  die  Handschrift  kleine  Veränderungen,
Zusätze  und  Weglassungen,  angebracht;  von  den  übrigen  fünf
fehlt  das  Manuscript.  An  Kleists  Autorschaft  kann  bei  80,  86,
87,  88  kein  Zweifel  sein;  das  räthselhafte  Fragment  9  glaube
ich  vor  allem  des  Versmaasses  wegen,  in  die  erste  Periode  des
Dichters  verlegen  zu  müssen.
2.  Der  Frühling.  Die  erste  Ausgabe  des  Frühlings  erschien ­
  in  Berlin  1749  (F t )  und  ist  in  meiner  neuen  Ausgabe
genau  reproducirt  (Nr.  89).  Ein  Manuscript  liegt  nur  aus  einer
noch  früheren  Zeit  vor.  In  den  Jahren  1750,  1751  und  1754
erschienen  vier  verbesserte  Drucke  desselben,  eine  zu  Berlin
(F 2 ),  zwei  in  Zürich  (F 3  und  F 4 )  und  eine  in  Frankfurt  an
der  Oder  (F 5 ),  bei  welchen  uns  Kleists  eigener  Antheil  mehr
oder  weniger  gut  bezeugt  ist.  Im  Jahre  1756  nahm  er  das
Gedicht,  ziemlich  stark  überarbeitet,  in  die  ,Gedichte  vom
Verfasser  des  Frühlings“  (G)  auf,  und  dieser  Text  ist  in  meiner
Ausgabe  als  Nr.  90  abgedruckt.  Mit  dieser  letzten  echten
            
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