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slavisches Volk, geschah sicher in derZeit des politischen Verfalls
und der Unterdrückung. Man musste mit dem neuen
Zeiträume die slavische Geschichte wieder von Neuem
anfangen und stand doch schon im zwölften Jahrhunderte
der christlichen Zeitrechnung.
Bei dieser schweren Katastrophe der slavischen Welt fragt
man sich: wo bleiben denn die Slovenen, die sich nach dem
Norden wandten, die Polotschaner, Dregowitschen, Radimitschen
(Polanen), Wjatitschen, Sewerier, Kriwitschen, Drewier, Duljebier,
Bugier, die weissen Chrowaten, Lutitschen und Tiwerzen
und Uglitschen, die, in Wäldern und Sümpfen des Nordens
versteckt und in der Nacht des Heidenthums begraben, durch
Avaren, Bulgaren, Petschenegen, Magyaren von den übrigen
Slaven getrennt, noch mehr durch Rohheit und blutigen Cultus
isolirt, unbekümmert um den Gang der Weltgeschichte die
Jahrhunderte kommen und gehen Hessen? Erst im IX. Jahrhunderte
begann es bei diesen zu tagen, als die Einwanderung
der scandinavischen Ross erfolgte und die Wildheit der Einen
durch den Ungestüm der Andern gebändigt wurde, das Joch
des erbarmungslosen Siegers die Zerstreuten vereinigte, wenn
auch zuerst der Sturm unaufhaltsam vom Norden nach dem
Süden brauste und die Eroberung beinahe weniger den Slavenstämmen
als dem südlich gelegenen römischen Reiche galt,
dessen Glanz und Reichthum mehr Anziehungskraft hesass als
die nordslavischen Stämme. Erst gegen Ende des X. Jahrhunderts
und namentlich nach den schlimmen Erfahrungen
Swiatoslavs tritt ein anderer Zug ein und handelt es sich darum,
die erworbene Herrschaft Ruriks, seines Geschlechtes und
seiner Genossen zu behaupten, und entstehen nun jene russischen
Fürstentümer, die, aus dem Grossfürstenthum Kiew
hervorgegangen, die Slavisirung der Sieger erleichtern. Zur
Theilung des Besitzthums, das nach Jaroslavs Tode 1054 schon
sechsfach ist, gesellt sich aber, je mehr der slavische Volksbestandtheil
den scandinavischen beseitigt, die in ihren schlimmen
Folgen sich überall gleich bleibende Erbfolgeordnung des Seniorates
statt der Primogenitursuccession, damit der häufige
Wechsel im Grossfürstenthum, das die politische Einheit repräsentirt,
und mit dem häufigen Wechsel die zunehmende
Schwäche im Centrum, das Uebergewicht der einzelnen Reiche