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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Höf  ler.

die  alle  Cultur  der  karolingischen  Periode  vernichteten,  oder
den  Deutschen,  deren  Reich  mühselig  erst  im  Kampfe  mit  den
Magyaren  aufgerichtet  werden  musste,  war  erst  die  grosse
Frage.  Es  war  ungemein  viel  gemordet  worden,  und  ein
geringer  Ersatz  dadurch  entstanden,  dass  Gross-Preslav,  einst
Marcianopolis,  als  Residenz  der  Czaren  gegründet  wurde.  Es
war  nicht  blos  Hochmuth,  der  die  Romäer  auf  Bulgaren  und
Slaven  mit  Verachtung  blicken  Hess.  Sie  fühlten  sich  mit
Recht  als  die  Träger  einer  tausendjährigen  Cultur  und  sahen
in  den  Völkern,  welche  ihnen  gegenüberstanden,  nur  die  privilegirten
  Zerstörer  derselben,  die  wohl  vernichten  konnten,
was  sie  zu  schaffen  nicht  im  Stande  waren,  die  aber  nach
Sitte  und  Lebensweise,  in  Schmutz  und  Rohheit  befangen,
noch  lange  nicht  Miene  machten,  den  Barbaren  auszuziehen.
Es  war  vielleicht  für  beide  Theile  erschrecklich,  dass  ein
wahrer  Abgrund  des  Hasses  sie  trennte,  keine  Verständigung
aufkommen  liess,  keine  Einheit  kannte,  als  die  des  Siegers
über  den  niedergeworfenen  Besiegten.  Für  die  Bulgaroslaven
aber  war  das  Schlimmste  die  innere  Zwietracht  im  Fürstenhause ­
  selbst;  die  romäische  Cultur  zog  die  Fürsten  ebenso  an,
als  sie  wieder  durch  das  nationale  Gefühl  davon  abgestossen
wurden.  Endlich  drang  noch  Swiatoslav  mit  den  Russen  ein
und  seizte  sich  in  Nordbulgarien  fest,  während  sich  im  Süden
ein  zweites  Reich  bildete  und,  was  über  kurz  oder  lang  zu
erwarten  war,  das  romäische  Reich  sich  reorganisirte  und  für
die  zahlreichen  Menschenschlächtereien,  die  constanten  Verwüstungen ­
  eines  der  schönsten  Theile  von  Europa  den  Rachekrieg ­
  erhob.  Da  wurde  im  Zeitalter  der  Ottonen  erst  das
Reich  Simeons  erobert,  seine  Dynastie  zur  Abdankung  gezwungen, ­
  sein  Schatz  nach  Constantinopel  gebracht  (971),  und
als  dann  Basilios  II.  Kaiser  wurde,  —  eine  der  bedeutendsten
Heldengestalten  des  Mittelalters,  Zeitgenosse  Ottos  III.  und
Heinrichs  II.  —-  erfolgte  durch  eine  Reihe  blutiger  Feldzüge
der  tragische  Untergang  auch  des  südbulgarischen  Reiches,  der
feierliche  Triumph  des  Bulgarentödters  zur  Muttergotteskirche
der  athenischen  Akropolis,  der  noch  glänzendere  Triumph  in
Constantinopel.  Beide  bulgarischen  Reiche  existirten  1019
nicht  mehr,  wohl  aber  war  das  romäische  Kaiserreich  von  der
Donaumündung  bis  zum  adriatischen  Meere  und  Italien  wieder
            
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