Abhandlungen aus dem Gebiete der elayischen Geschichte. IV.
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geschwunden und wurde letzterer eher ein Moment der Spaltung
als der Einigung. Die Westslaven nahmen ihn nur theilweise
an. Swatopluk vertrieb die Schüler Methuds und die czechischen
Stämme, von welchen man meinen sollte, dass sie, wenn sie
von Methud bekehrt worden, sich der Vertriebenen annehmen
würden, begaben sich nicht etwa unter die Leitung des slavischen
Bischofs Clemens oder des lateinischen Bischofs von
Neutra, sondern unter die des Bischofs von Regensburg. Wohin
die Jünger Methuds drangen, fanden sie an der griechischen
Geistlichkeit ihre schonungslosesten Gegnex - , die sich durch
alle Jahrhunderte in ihrer Feindschaft gegen die slavische
Kirche gleich blieben und ihr nur vielleicht dann einen Vorschub
leisteten, wenn es galt, einen Schlag gegen die römische
Kirche zu führen. Während die slavische Kirche eine innere
Berechtigung nur durch die Methud zu Theil gewordene Anerkennung
des römischen Stuhles gewinnen konnte, nahm sie
später dui'ch ihre Berührung mit der orientalischen den stupiden
Hass der letzteren gegen die gesammte lateinische Welt in
sich auf, nicht bemerkend, dass sie dadurch den rechtlichen
Grund ihres Bestandes zerstöre. Sie nahm von ihr auch das
orientalische Mönchthum in seiner ganzen Einseitigkeit und
Verbissenheit an, ohne jene Lebenskraft, die die Benedictiner,
Cluniacenser, Cistercienser in den wichtigsten Ki-isen des
abendländischen Völkerlebens entfalteten. So kam es, dass
unter den Händen der Slaven das Werk, welches sie kirchlich
vereinigen sollte, national einigen konnte, ein Mittel des Zwiespaltes
wurde, die erhoffte Gemeinsamkeit der Schrift sich gleichfalls
in das Entgegengesetzte verkehi-te, die vexatorische
Glagoliza sich dazu untauglich erwies, die Cyrilliza Ausdnick
des Schismas wurde, das sieh als orthodox geberdete, das
Andenken an Methud aber unter den Westslaven in der Art
schwand, dass man ihn mit dem heiligen Hieronymus verwechselte.
An der Stelle der erstrebten Einheit machte sich
nicht blos lateinischer und gx-iechischer Einfluss geltend, sondern
auch armenischei', jüdischer, bis endlich in diesem Gedränge
der Manichäismus eine Propaganda entwickelte, die
Gewaltmassregeln nicht ausrotten konnten, und einen Wurm
erzeugte, der am politischen wie am geistigen Leben nagte.