Abhandlungen ans dem Gebiete der slavischen Geschichte. IV.
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zusammengesetzt, die Mitte desjenigen Erdtheiles einigte,
welcher zuletzt der Mittelpunkt der alten Geschichte geworden
war. Als aber diese beiden Reiche schon längst dastanden,
das eine als die natürliche Fortsetzung des von Constantin
erneuerten Römerreiches, und das andere in seiner Weise
gleichfalls das römische Reich erneuernd, rangen die slavischen
Völker noch immer um ihr politisches Dasein. Nicht sie hatten
sich von den Hunnen befreit; nicht sie hatten die Macht der
Avaren zertrümmert. Mit diesen waren die Slaven vor Constantinopel
gezogen, dessen Eroberung ihre avarische Knechtschaft
verewigt hätte. Kaiser Heraklius hatte sie erst constituirt,
ein Franke im Westen den Streich gegen die Avaren
geführt; als aber Samo gestorben war, war es, als wäre er nie
dagewesen; man erwartet von der Einwanderung der Serben
und Croaten den Anfang einer lebensvollen Geschichte, und
man hört nur von Piraterien. An die Stelle der Avaren treten
die Bulgaren, und man muss einer Erneuenmg der gi’ossen
Belagerung von Constantinopel im Jahre 626 gewärtig sein,
als der bulgai’ische Chagan 815 stirbt, ehe es ihm gelang, wie
er wollte, die Slaven zum Sturme der Kaiserstadt zu vereinen.
Er konnte den Kaiser Nikophoros schlagen und tödten (811), sein
Reich zu erobern war ihm nicht beschieden, so wenig als die
avarischen Zeiten zu erneuern. Das romäische Reich erhielt
sich mit jener wunderbaren Widerstandsfähigkeit, welche ein
civilisirter Staat zu entwickeln vermag. Ein zweites war ihm
im Westen an die Seite getreten; beide waren riesige Pfeiler,
an welchen sich die Wogen slavischer Völkei-strömung bi'echen
mussten, Marksteine für ihre zukünftige Entwicklung. Es gab
noch etwas Höheres als bulgarische Amalgamie und avarische
Hegemonie. Von letzterer befreite sie Karl der Grosse für
alle Zeiten und substituirte nun an die Stelle tüx-kischer Barbarei
sein Reich, das deutsche, mit allen Gebrechen des IX. Jahi'hunderts,
mit allen den Vorzügen der fränkisch-christlichen Monarchie.
Er wies seinen Nachfolgern den Weg in das Wendenland,
er knüpfte die karolingischen Ostslaven, Carentanen,
Mährer und Czechen aneinander, als hätte er eine Vorahnung
besessen, dass den Slaven in nächster Zeit eine neue Versuchung
sich nahe, statt an die beiden Culturreiche, an die
wüthenden Waraeger des Nordens, an die wüthenden Magyaren
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