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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  slavischen  Geschichte.  IV.

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sammen,  das  für  die  deutschen  Völker  wie  für  die  slavischen,
für  das  römische  Reich  und  dessen  zahlreiche  Feinde  gleich
verhängnissvoll  wird:  dem  Hereinbruche  der  Hunnen,  als  das
flavische  Kaiserhaus  in  Constantinopel  unterging  und  dem
pannonischen  (Valentinians  und  seines  Bruders  Valens)  die
Vertheidigung  des  römischen  Reiches  und  der  gesummten
Civilisation  zukam.  In  dem  fruchtlosen  Kampfe  mit  den
Hunnen  war  das  Reich  des  Ostgothenkönigs  Ermanrich  zertrümmert ­
  worden;  als  der  Amaler  Withimir  die  Gothen  der
hunnischen  Knechtschaft  zu  entziehen  suchte,  warfen  sich  ihm
die  Anten,  der  eine  Zweig  der  grossen  slavischen  Völkermasse,
entgegen  und  brach  der  erste  von  der  Geschichte  beglaubigte
Kampf  zwischen  den  Slaven  und  den  Deutschen  aus.  Er  führte
die  erstem  in  die  Geschichte  ein  und  die  slavische  Geschichte
erhielt  von  diesem  Augenblicke  an  jene  eigenthümliche  Richtung, ­
  die  ihr  Jahrhunderte  hindurch  geblieben  ist.  In  der
gewaltigen  Auseinandersetzung  zwischen  den  Deutschen  und
den  Hunnen,  den  Trägern  einer  neuen  Cultur  und  den  Zerstörern ­
  der  alten  wie  der  neuen,  stellen  sich  die  Anten,  deren
Stämme  den  Nordosten  Europas  bedecken,  auf  die  Seite  der
letzteren  und  die  slavische  Geschichte  beginnt  so  mit  einer
hunnischen  Periode.  Die  Westgothen  entziehen  sich  derselben,
indem  sie  sich  auf  römisches,  Gebiet  begeben,  der  Zug  der
Sueven,  der  Alanen,  der  Vandalen  nach  dem  Westen,  ddr  neue
Gotheneinbruch  nach  dem  Süden  findet  statt,  wie  der  der
Vandalen  nach  Afrika,  wer  zurückbleibt,  verfällt  unrettbar  den
Hunnen,  welchen  endlich  die  Verbindung  der  Westgothen  mit
den  Römern  auf  den  catalaunischen  Gefilden  ein  Ziel  setzt.
Die  Katastrophe,  welche  sich  an  das  Auftreten  Attila’s
444  anreihte,  betraf  türkische,  deutsche  und  slavische  Völker,
welche  von  dem  Begründer  des  Hunnenreichs  in  den  Provinzen
Dacien  und  Pannonien  mit  fortgerissen  worden  w'aren.  Die
Auflösung  seines  Reiches  aber  und  die  Zurückdrängung  der
Hunnen  in  die  alten  Sitze  der  Gothen  war  das  Weidt  der
Gepiden  und  Ostgothen,  die  Attila’s  Söhne  454  schlugen.  Die
Zertrümmerung  des  hunnischen  Reiches  führte  dann  neue
Wanderungen  herbei,  der  Heruler,  der  Turcelinger,  der  Ostgothen, ­
  im  darauffolgenden  sechsten  Jahrhundert  den  Vernichtungskampf ­
  der  Langobarden  mit  den  Gepiden  und  endlich
            
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