Abhandlungen aus dem Gebiete der slavischen Geschichte. IV.
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sammen, das für die deutschen Völker wie für die slavischen,
für das römische Reich und dessen zahlreiche Feinde gleich
verhängnissvoll wird: dem Hereinbruche der Hunnen, als das
flavische Kaiserhaus in Constantinopel unterging und dem
pannonischen (Valentinians und seines Bruders Valens) die
Vertheidigung des römischen Reiches und der gesummten
Civilisation zukam. In dem fruchtlosen Kampfe mit den
Hunnen war das Reich des Ostgothenkönigs Ermanrich zertrümmert
worden; als der Amaler Withimir die Gothen der
hunnischen Knechtschaft zu entziehen suchte, warfen sich ihm
die Anten, der eine Zweig der grossen slavischen Völkermasse,
entgegen und brach der erste von der Geschichte beglaubigte
Kampf zwischen den Slaven und den Deutschen aus. Er führte
die erstem in die Geschichte ein und die slavische Geschichte
erhielt von diesem Augenblicke an jene eigenthümliche Richtung,
die ihr Jahrhunderte hindurch geblieben ist. In der
gewaltigen Auseinandersetzung zwischen den Deutschen und
den Hunnen, den Trägern einer neuen Cultur und den Zerstörern
der alten wie der neuen, stellen sich die Anten, deren
Stämme den Nordosten Europas bedecken, auf die Seite der
letzteren und die slavische Geschichte beginnt so mit einer
hunnischen Periode. Die Westgothen entziehen sich derselben,
indem sie sich auf römisches, Gebiet begeben, der Zug der
Sueven, der Alanen, der Vandalen nach dem Westen, ddr neue
Gotheneinbruch nach dem Süden findet statt, wie der der
Vandalen nach Afrika, wer zurückbleibt, verfällt unrettbar den
Hunnen, welchen endlich die Verbindung der Westgothen mit
den Römern auf den catalaunischen Gefilden ein Ziel setzt.
Die Katastrophe, welche sich an das Auftreten Attila’s
444 anreihte, betraf türkische, deutsche und slavische Völker,
welche von dem Begründer des Hunnenreichs in den Provinzen
Dacien und Pannonien mit fortgerissen worden w'aren. Die
Auflösung seines Reiches aber und die Zurückdrängung der
Hunnen in die alten Sitze der Gothen war das Weidt der
Gepiden und Ostgothen, die Attila’s Söhne 454 schlugen. Die
Zertrümmerung des hunnischen Reiches führte dann neue
Wanderungen herbei, der Heruler, der Turcelinger, der Ostgothen,
im darauffolgenden sechsten Jahrhundert den Vernichtungskampf
der Langobarden mit den Gepiden und endlich