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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Höfler.

sind  sie  durch  sich  selbst,  wozu  durch  Andere  gelangt,  welche
Culturentwicklung  können  sie  als  ihr  geistiges  Eigenthum  für
sich  in  Anspruch  nehmen,  wie  weit  haben  sie  die  Weltgeschichte
gefördert  und  was  ist,  nach  ihren  Antecedentien  zu  schliessen,
von  ihnen  zu  erwarten,  wenn  ihnen  wirklich  der  grosse  Wurf
gelingen  sollte,  über  die  romanischen  und  germanischen  Völker
hinweg  an  die  Spitze  europäischer  Nationen  sich  zu  erschwingen,
die  Leitung  der  Weltgeschichte  in  ihre  Hand  zu  nehmen?!
§•  2.
Die  Periodisirung.
I.  Sobald  man  sich  der  Mühe  unterzieht,  jene  Entwicklungsstadien ­
  ausfindig  zu  machen,  welche  den  Einblick  in  die  genetische ­
  Aufeinanderfolge  der  Völker  und  Zeiten  gewährt,  tritt
irns  ein  verhängnissvoller  Zug  der  slavischen  Völker  entgegen,
der  ihre  Geschicke  für  Jahrhunderte  bestimmt.  Es  ist  dies  der
so  lang  andauernde  Anschluss  an  orientalische  Völker,  von  dem
sich  die  Germanen  so  bald  als  möglich  frei  zu  machen  wissen.
Wie  bekannt,  erfolgt  ein  allgemeiner  Auszug  der  Deutschen
von  dem  Osten  nach  dem  Westen,  nach  dem  Süden,  und  hausten
Slaven  und  Deutsche  früher  zusammen,  so  gibt  es  im  IV.  Jahrhundert ­
  der  christlichen  Zeitrechnung  an  der  unteren  Donau
wohl  Anten  und  Sklabenen,  die  beiden  Hauptzweige  der  zahllosen ­
  slavischen  Stämme,  aber  keine  Deutschen  mehr.  Die
Schlachtfelder  der  Gothen  auf  der  Balkanhalbinsel,  der  Gepiden
und  Langobarden  sind  aufgegeben,  der  äusserste  Westen  Europas,
die  Nordküste  von  Afrika  wurden  von  den  Deutschen  aufgesucht, ­
  und  durch  die  leergewordenen  Stätten  der  Quaden  und
Markomanen  dringen  nun  im  weiten  Bogen  die  Slaven  vor.
Wäre  es  nun  ihre  Aufgabe  gewesen,  sich  so  zu  entwickeln
wie  die  Deutschen,  so  müssten  wir  von  einem  slavischen  Geiserich,
  Dietrich  von  Bern,  Clovis  und  Alboin  hören.  Statt  dieser
Königsgestalten  der  Germanen  tritt  uns  die  Verbindung  der
Slaven  mit  den  Hunnen,  mit  den  Ablegern  derselben,  mit  den
Bulgaren  und  Avaren  entgegen;  nicht  einer  der  Ihrigen,  ein
Franke,  Samo,  befreit  die  Wenden  vom  avarischen  Joche,  und
der  Franke  Karl  der  Grosse  rächt  durch  den  Avarenkrieg  die
lange  Unterdrückten  an  ihren  Peinigern.
            
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